Nach Sichtung in Tirol

Nest von Asiatischer Hornisse erfolgreich bekämpft

Tirol
10.09.2026 16:00

Ein Nest einer Asiatischen Hornisse in der Tiroler Gemeinde Kössen (Bezirk Kitzbühel) sorgte im August für Aufsehen. Wie das Land Tirol nun bekannt gibt, wurde das Nest erfolgreich bekämpft – ganz ohne Pestizide. Die Tiere sind eine Gefahr für die heimische Imkerei.

Mit ihrem schwarzen Körper, dem orangefarbenen Band am Hinterleib und den schwarzen Beinen mit auffallend gelben Spitzen ist, die gelbfüßige asiatische Hornisse fast nicht zu verwechseln. 

Sekundärnest bekämpft
Vor gut zwei Wochen wurde in Kössen erstmals ein Exemplar entdeckt. Am Donnerstag konnte dort ein Sekundärnest ohne den Einsatz von Bioziden bzw. Insektiziden bekämpft und entfernt werden. Dies war vor allem wichtig, um die heimische Biodiversität, unter anderem Bienen und weitere Insekten, und die Landwirtschaft zu schützen und eine Ausbreitung zu verhindern.

Dieses Nest wurde nun in Kössen entfernt.
Dieses Nest wurde nun in Kössen entfernt.(Bild: Land Tirol/Hörmann)

Ein neues Verfahren soll dabei zur Bekämpfung mitwirken. „velutina Steam EX“ heißt dieses und wurde in Kössen nun erstmals in Österreich eingesetzt. Durchgeführt wurde die Bekämpfung unter der Federführung des Pflanzenschutzdienstes des Landes Tirol von Harald Wiedemann, einem ausgewiesenen Praktiker und Fachberater mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit der Asiatischen Hornisse und der Entfernung ihrer Nester.

(Bild: AGES/Dirk Louis Schorkopf)

Heißer Dampf im Einsatz
Mithilfe eines vom Boden aus eingesetzten Rohrsystems wurde das hoch in einem Baum gelegene Nest mit heißem Dampf behandelt. Erwachsene Hornissen und die im Nest befindliche Brut werden durch die Hitze abgetötet.

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Nach der thermischen Behandlung können zurückkehrende Arbeiterinnen über dasselbe Rohrsystem abgesaugt und das Nest anschließend entfernt werden.

Harald Wiedemann, Pflanzenschutzdienst des Landes Tirol

„Das Verfahren kommt ohne Biozide bzw. Insektizide aus und ermöglicht die Behandlung auch von hoch in Bäumen gelegenen Sekundärnestern. Nach der thermischen Behandlung können zurückkehrende Arbeiterinnen über dasselbe Rohrsystem abgesaugt und das Nest anschließend entfernt werden“, betont Wiedemann.

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Eine Bekämpfung ist notwendig, da sie insbesondere für Honigbienen, Wildbienen und andere heimische Insekten eine ernst zu nehmende Gefahr darstellt.

Andreas Tschöll, Leiter des amtlichen Pflanzenschutzdienstes

Das System habe sich bereits in Deutschland bewährt: „Für Österreich bietet dieser Einsatz eine gute Gelegenheit, praktische Erfahrungen mit der Bekämpfung eines hoch gelegenen Sekundärnestes zu sammeln und sich unmittelbar mit den technischen und organisatorischen Anforderungen einer Nestentfernung auseinanderzusetzen.“

Frühzeitiges Handeln wichtig
„Eine Bekämpfung ist notwendig, da sie insbesondere für Honigbienen, Wildbienen und andere heimische Insekten eine ernst zu nehmende Gefahr darstellt“, erklärt Andreas Tschöll, Leiter des amtlichen Pflanzenschutzdienstes. Im Spätsommer und Frühherbst kann ein Volk bis zu 2000 Tiere umfassen. In dieser Zeit können die Hornissen täglich mehrere Hundert Honigbienen erbeuten.

Sichtungen weiterhin umgehend melden
Beim aktuellen Fund in Kössen gehen Experten zwar von einer Verschleppung einer Königin durch den Menschen aus. „Unabhängig davon muss man sich darauf einstellen, dass die Asiatische Hornisse aufgrund ihrer fortschreitenden Ausbreitung in Mitteleuropa künftig auch Österreich auf natürlichem Weg erreichen und sich hier etablieren kann“, betont Tschöll.

Meldungen sind möglich an die Tiroler Landesregierung unter umweltschutz@tirol.gv.at, direkt an das Zentrale Velutina-Meldeportal unter www.bienengesundheit.at/vespa-velutina oder die zuständige Gemeinde.

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