Wegen Mega-Sperre

„Wo ist mein Zug?“: Öffi-Probleme zu Schulbeginn

Wien
07.09.2026 14:25

Tag Eins der offiziellen Mega-Sperre der S-Bahnstammstrecke in Wien. Das große Chaos zu Schulbeginn bei den Wiener Linien blieb zum Glück aus. Dafür gab es Verspätungen bei den ÖBB – mit Folgen.

Erster Schultag im Osten Österreichs und gleichzeitig auch der erste Tag der offiziellen Mega-Sperre der S-Bahnstammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Praterstern. Für die nächsten 14 Monate geht auf der Strecke jetzt gar nichts mehr. Davon betroffen: eine Viertelmillion Menschen.

Umfangreiches Ersatzverkehrskonzept
Die Wiener Linien und ÖBB beteuerten im Vorfeld gut vorbereitet zu sein. Das umfangreiche Ersatzverkehrskonzept scheint vorerst zu wirken. Beim „Krone“-Lokalaugenschein Montagfrüh zwischen 7.30 und 9 Uhr klappte auf den Ausweichrouten, den Linien U1, U3 und Straßenbahnlinie 18, tatsächlich alles.

Beim „Krone“-Lokalaugenschein am Hauptbahnhof war es Montagmorgen erstaunlich ruhig.
Beim „Krone“-Lokalaugenschein am Hauptbahnhof war es Montagmorgen erstaunlich ruhig.(Bild: Christoph Engelmaier)

Durch die dichten Intervalle waren die Züge sogar weniger voll als sonst, in der morgendlichen Rushhour. Nicht so gut lief es hingegen bei den ÖBB selbst. Denn ab 7. September hätte die S7 von und bis St. Marx wie geplant fahren sollen. Doch daraus wurde nichts.

Maria U. wollte mit dem Zug zum Flughafen und strandete in St. Marx.
Maria U. wollte mit dem Zug zum Flughafen und strandete in St. Marx.(Bild: Christoph Engelmaier)

Davon betroffen: die Anreise per Zug zum Flughafen Wien-Schwechat. Die Strecke ist bereits seit knapp einem Monat wegen eines Kabelbrands gesperrt. Besonders ärgerlich: Vorabinformation gab es für die Fahrgäste keine. Auch in der Scotty-App wurde nichts angezeigt.

„Wo ist mein Zug geblieben?“
Maria U. war verärgert: „Wo ist mein Zug geblieben? Das ist alles sehr stressig!“ Auch die beiden Touristen Mike und Willa aus Charlotte (USA) standen verwirrt bei der Station und warteten auf den Schienenersatzverkehrsbus. Der eigentlich im 15-Minuten-Takt fahren soll. Nach knapp 30 Minuten gaben die beiden US-Amerikaner auf: „Obwohl wir bereits um 7 Uhr morgens das Hotel verlassen haben, verpassen wir jetzt ziemlich sicher unseren Flug nach London.“ Für die Taxis war es jedenfalls ein gutes Geschäft.

Die beiden US-Amerikaner Mike und Willa musten auf ein Taxi ausweichen.
Die beiden US-Amerikaner Mike und Willa musten auf ein Taxi ausweichen.(Bild: Christoph Engelmaier)

ÖBB bedauern die Störung
„Wegen einer technischen Störung bei einem Stellwerk gab es kurzfristig einen ungeplanten Schienenersatzverkehr zwischen Geiselbergstraße und St. Marx“, bedauern die ÖBB. Da die Ersatzmaßnahmen sehr kurzfristig umgesetzt werden mussten, sei es insbesondere in der Anlaufphase zu Verzögerungen gekommen. Die Situation habe sich mittlerweile stabilisiert. „Unsere Experten arbeiten weiterhin mit Hochdruck daran, die technische Störung so rasch wie möglich zu beheben. Wir verstehen, dass eine derartige Situation, besonders am ersten Schultag, sehr ärgerlich ist.“

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