US-Präsident Donald Trump steht wieder einmal im Mittelpunkt, wenn sich die Republikaner ab dem kommenden Mittwoch zu einem Parteitreffen versammeln, knapp zwei Monate vor den Kongresswahlen. Die Organisatoren versprechen gute Stimmung bei der „Trump-a-palooza“ – auf Deutsch Trump-Gaudi. Für ein Ticket muss man jedoch mindestens 25.000 Dollar blechen ...
Das wirkt zunächst kurios, denn der Präsident steht bei den Kongresswahlen am 3. November gar nicht auf dem Stimmzettel. Aber Mike Johnson, Sprecher des Repräsentantenhauses erklärte dazu: „Seine Regierung, sein Vermächtnis und die America-Zuerst-Agenda tun es.“
Vance soll Parteitreffen eröffnen
Vizepräsident JD Vance soll das Parteitreffen im American Airlines Center in Dallas eröffnen. Trump wird an beiden Abenden auftreten und den Parteitag mit einer Grundsatzrede beschließen. Das ist ungewöhnlich und zeigt den Ernst der Lage: Bei den Kongresswahlen am 3. November droht den Republikanern eine Schlappe. Meinungsforschern zufolge könnten sie die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren und womöglich auch im Senat.
Die Wahlen in der Mitte von Trumps zweiter Amtszeit sind der wichtigste Stimmungstest für ihn. Ein Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus oder gar in beiden Kongresskammern würde den Präsidenten zur „lame duck“ machen, zur lahmen Ente. Die Demokraten könnten seine Vorhaben dann weitestgehend blockieren und sogar ein drittes Amtsenthebungsverfahren – ein sogenanntes Impeachment – gegen Trump einleiten.
Johnson sieht „echte Chance“ für Gewinn
Trump will den Republikanern mit dem Parteitreffen beweisen, dass die Meinungsforscher falschliegen. „Wir haben eine echte Chance, der Geschichte zu trotzen und die Zwischenwahlen zu gewinnen“, versichert Repräsentantenhaus-Sprecher Johnson den Parteimitgliedern in einer Videobotschaft.
Als Erfolge wollen die Organisatoren Trumps harte Einwanderungspolitik und seine Steuersenkungen hervorheben. Zudem wollen sie die Demokraten ein weiteres Mal als „Kommunisten“ ächten, die angeblich das Land verraten haben.
Trumps Popularität durch Iran-Krieg gesunken
Doch die Strategie ist nicht ohne Risiken. Trumps Zustimmungswerte sind angesichts hoher Treibstoff- und Lebensmittelpreise im unpopulären Krieg mit dem Iran im Keller. Auch der kostspielige Handelsstreit mit dem Nachbarn Kanada überzeugt viele Wählerinnen und Wähler nicht.
Teilnahmekosten von mindestens 25.000 Dollar
Eine Umfrage der Plattform „Politico“ unter mehr als 70 Republikanern ergab zudem, dass viele offenbar zögern, nach Dallas zu reisen. Einige hätten sich hinter vorgehaltener Hand über die Teilnahmekosten von mindestens 25.000 Dollar (rund 21.000 Euro) beschwert, hieß es.
Das Parteitreffen dient auch dem Spendensammeln. Geldgebern soll laut Medienberichten ein Foto mit Trump für 88.600 Dollar angeboten worden sein, der Zugang zu einer Gesprächsrunde mit dem Präsidenten soll 250.000 Dollar kosten.
Konkurrenz droht der Trump-Gaudi von ganz anderer Seite: Beide Parteitag-Abende überschneiden sich mit den Auftaktspielen zur neuen Saison der National Football League (NFL). Das beliebte Sportereignis könnte die TV-Quoten für Trumps Prime-Time-Show deutlich drücken.
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