Auch in der Steiermark

Mücken aus Afrika bringen neues Virus in Kuhställe

Steiermark
05.09.2026 07:30

Das Shamonda-Virus quält inzwischen auch steirische Rinder. Ohne Schutz und Behandlung stehen die heimischen Bauern vor einer neuen Herausforderung. Für den Menschen geht von der neuen Krankheit keine Gefahr aus – Milch und Fleisch können weiter bedenkenlos konsumiert werden.

Das Fressen schmeckt nicht, das Atmen fällt schwer, hinzu kommen Fieber und Durchfall: Was sich anhört wie eine lästige Sommergrippe, plagt im Moment immer mehr steirische Rinder. Auslöser dafür ist das Shamonda-Virus – eine neuartige Krankheit, die ursprünglich aus Afrika stammt.

„Die neue Krankheit ist nicht meldepflichtig, daher wissen wir nicht, wie viele Tiere konkret betroffen sind“, sagt Tierzuchtchef Horst Jauschnegg von der Landwirtschaftskammer Steiermark. Die LK Österreich berichtete vor wenigen Tagen aber von bestätigten Fällen in der Steiermark, Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Oberösterreich.

Kein Schutz und keine Behandlung für Tiere
Übertragen wird das Virus durch Gnitzen – winzige, blutsaugende Mücken. „Sie kommen teilweise über den Wind, vor allem aber durch den internationalen Warenhandel und die damit verbundenen Logistikketten nach Europa und bringen das Virus mit“, erklärt der Experte. Der Klimawandel trägt dazu bei, dass sich die Insekten zunehmend bei uns verbreiten und wohlfühlen.

Eine Behandlung für die neuartige Krankheit gibt es bislang noch nicht: „Man kann nur die auftretenden Symptome behandeln“, gibt Jauschnegg zu bedenken. Und auch ein frühzeitiger Schutz der Tiere ist kaum möglich: „Sie könnten nur geschützt werden, indem sie vor Gnitzen geschützt werden – doch das ist in offenen Tierwohlställen schwer möglich. Vermieden werden sollte allerdings das Weiden der Tiere während der Hauptinfektionszeit.“

Zitat Icon

Die neue Krankheit zeigt sich durch Fieber, Durchfall, deutlichen Rückgang bei der Milchleistung, Fressunlust, Atemwegsprobleme und Festliegen.

Horst Jauschnegg, Tierzuchtchef LK Steiermark

Keine Gefahr für Menschen
Neben den bereits beschriebenen Symptomen wie Fieber, Durchfall, Fressunlust und Atemwegsproblemen kommt es bei kranken Kühen auch zu einem deutlichen Rückgang bei der Milchleistung und Festliegen. In den meisten Fällen erkrankt ein Großteil der Herde, Todesfälle seien bisher aber kaum aufgetreten. Für betroffene Bauern könne dennoch ein erheblicher Schaden entstehen, etwa durch die verringerte Milchleistung.

„Für den Menschen geht von der Krankheit keine Gefahr aus“, gibt Jauschnegg Entwarnung. Fleisch und Milch können also weiterhin ohne Bedenken verzehrt werden.

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