Einsatz auf der Katrin

Hilferufe am Berg könnten nur „Spaß“ gewesen sein

Oberösterreich
05.09.2026 07:00

Beim Wandern auf der Katrin in Bad Ischl in Oberösterreich nahm ein Freizeitsportler Hilfeschreie wahr und alarmierte die Bergrettung. Sofort machten sich acht Retter auf den Weg und suchten zwei Stunden im weglosen Gelände nach möglichen Personen in Not. Die Vermutung: Es könnte ein besonders blöder „Scherz“ gewesen sein.

Nach der bodengebundenen Suchaktion stieg auch noch der Hubschrauber der Flugpolizei auf, um das Gebiet abzusuchen. Gefunden wurde jedoch niemand, die Hilferufen könnten vielmehr „scherzhalber“ abgesetzt worden sein. Dazu Manfred Zopf, Ortsstellenleiter der Bergrettung Bad Ischl: „Das tut man natürlich nicht. Wir gehen aber lieber zwei Stunden suchen und finden nichts, bevor etwas Schlimmeres geschieht.“

An ähnliche Einsätze erinnert er sich nicht, es komme aber immer wieder vor, dass Personen die Bergrettung alarmieren und sich hinterher herausstellt, dass niemand in Gefahr war.

Waldkauz verwechselt
„Vor Jahren hat einmal jemand die Laute eines Waldkauzes mit Hilferufen verwechselt. Es kommt auch vor, dass sich Leute sorgen, wenn sie in der Dunkelheit Lichtzeichen am Berg sehen. Das sind aber oft Leute mit Stirnlampen, denen es gut geht“, so Zopf.

Geharnischte Kommentare
Online ruft die Bergrettung Bad Ischl dazu auf, nicht ernst gemeinte Hilferufe zu unterlassen. Die Reaktionen auf den Beitrag sind eindeutig: „Wie zum Geier kommt man auf so eine hirnlose Idee“ oder „Lernt man eigentlich schon als Kind, dass man so was nicht macht“ sind nur einige der zahllosen Kommentare.

Krone-Kommentar
Hilfsbereitschaft nicht ausnutzen

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht“, lautet ein bekanntes Sprichwort. Das sollten vor allem jene bedenken, die aus einer Laune heraus um Hilfe rufen, obwohl sie nicht in Not sind.

(Bild: Krone KREATIV/Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Egal ob am Berg, im Wasser oder in einer dunklen Gasse: Der Ruf nach Hilfe löst im Idealfall Alarmbereitschaft und den Willen, zu helfen, aus. Das ist gut und wichtig, deshalb sollte man damit nicht leichtfertig umgehen. Denn wer Hilfsbereitschaft mutwillig ausnutzt, braucht sich nicht wundern, wenn der nächste echte Hilfeschrei womöglich ohne Reaktion verhallt.

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