Zur „Nordkorea“-Kritik

„Maulkorb“ für Chatgruppe des NÖ-Wirtschaftsbundes

Niederösterreich
05.09.2026 08:00

Entschlossen rückte Harald Servus, Wirtschaftsbund-Direktor in Niederösterreich, zur Verteidigung des kurz vor der Wiederwahl stehenden Obmanns Wolfgang Ecker aus. In einer internen WhatsApp-Gruppe nahm man auf den „Krone“-Bericht Bezug. Kommentare waren im schwarzen Gruppenchat allerdings nicht erlaubt …

In St. Pölten brennt der Hut. Im Vorstand des ÖVP-Wirtschaftsbundes sah man sich nach dem „Krone“-Artikel am Freitag zum Handeln gezwungen und schickte eine Nachricht an Mitglieder aus. Darin wird beklagt, dass das „allgemeine WK- und WB-Bashing“ nun Niederösterreich erreicht habe.

„Lassen wir uns nicht beirren“, so WB-Direktor Harald Servus. Originell: Die Kommentar-Funktion wurde für Nicht-Admins der Gruppe deaktiviert.  Nachrichten können nur mehr gelesen werden, dazuschreiben geht nicht mehr. Und das just einen Tag nachdem Wirtschaftsbund-Funktionäre in der „Krone“ „Zustände wie in Nordkorea“ beklagt hatten. 

(Bild: zVg)

Wirbel um Ruck-Connection
Wirbel gibt es aber nicht nur wegen der bevorstehenden „Blitzkür“ von Ecker, sondern auch aufgrund der Verbindungen des WB-Obmanns und Wirtschaftskammer-Präsidenten Wolfgang Ecker zu seinem jahrelangen Wiener Pendant Walter Ruck. Wie Recherchen der „Krone“ zeigen, sind sich Ecker und Ruck geschäftlich nicht fremd: Laut Firmenbuch war Ruck ab 9. April 2003 als Geschäftsführer der ES-Restaurierungstechnik GmbH eingetragen – gemeinsam mit Wolfgang Ecker, der die Funktion bis heute innehat. Auf Anfrage bestreitet Ecker das nicht, verweist aber darauf, dass es „seit Jahrzehnten“ keine gemeinsamen unternehmerischen Beteiligungen mehr gegeben habe.

Keinerlei Hilfen unter Präsidenten
Zu den Kerngeschäften des Steinmetzmeisters Ecker zählen Denkmalpflege und Restaurierungsarbeiten. Im Juni berichtete die „Krone“ über die teure Baustelle von „Schlossherr“ Walter Ruck. Gemeint war das Schloss Hernstein. Ein prunkvolles Anwesen in NÖ, seit 1963 im Besitz der Wiener Kammer. Das Pförtnerhaus des Schlosses diente Ruck als Büro, steht unter Denkmalschutz und wurde einer teuren Restaurierung unterzogen. Eckers Firmen hätten – so hält man auf Anfrage der „Krone“ fest – hier aber keinerlei Arbeiten durchgeführt.

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