Zu dreist diskutiert

Aus 100-Euro-Strafzettel wurden 3000 Euro Geldbuße

Salzburg
05.09.2026 07:00

Verkehrsbeamte stoppten Mitte April einen Salzburger Unternehmer auf seiner Vespa. Er soll beim Fahren mit dem Handy telefoniert haben. Daraufhin begann der 59-Jährige, mit den Beamten zu diskutieren – es fielen Äußerungen, derentwegen er am Freitag vor einem Schöffengericht landete. 

Der Salzburger Unternehmer und Vespa-Besitzer hatte im Zuge der Verkehrskontrolle am 15. April in Wals-Siezenheim die falschen Worte gewählt: „Habt ihr nichts anderes zu tun?“, fragte er auf ganz österreichische Art die Uniformierten und bat um eine andere Strafe oder Kulanz.

Angehalten wurde der 59-Jährige wegen Telefonierens am Steuer seines Zweirades – das wäre ein 100-Euro-Strafzettel. Das dreiste Debattieren mündete letztlich in eine Anklage wegen des Verdachts der Bestimmung zum Amtsmissbrauch. „Es ist menschlich, dass man sich ärgert, aber diese Äußerungen gingen zu weit“, betonte der Staatsanwalt beim Prozess am Freitag im Salzburger Landesgericht.

Erstes Diversionsangebot ausgeschlagen
Noch vor dem Prozess hatte der Ankläger dem Angeklagten ein Diversionsangebot gemacht: 800 Euro, und das Verfahren wäre eingestellt worden. Doch der Salzburger lehnte ab und reichte stattdessen Einspruch gegen die Anklage ein. Das Oberlandesgericht bestätigte aber die Arbeit des Staatsanwaltes.

Und schon zu Prozessbeginn sprach der Verteidiger von einem „Missverständnis“ und einer Verantwortungsübernahme. Die Vorsitzende bot ihm daraufhin 3000 Euro Geldbuße an. „Ein bisserl hoch die Strafe“, meinte der Angeklagte. Woraufhin die Richterin betonte: „Das bemisst sich nach Ihrem Einkommen.“

Letztlich willigte er ein, die 3000 Euro Geldbuße zu zahlen. Samt einem Nachsatz: „Ich habe aber nicht telefoniert.“ 

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