„Krone“-Kommentar

Die Angst vor der Aktien-Pension

Kolumnen
05.09.2026 15:00

Bundeskanzler Christian Stocker hat eine interessante Idee wieder in Diskussion gebracht, die bei bisherigen Anläufen jedoch regelmäßig sofort von den üblichen Bedenkenträgern versenkt wurde. Es geht um die teilweise Finanzierung der Pensionen durch den Kapitalmarkt. Ein Teil der Erträge von Staatsbeteiligungen könnte doch künftig in den Aufbau eines Staatsfonds fließen, aus dem dann ein (kleiner) Teil der Renten bezahlt würden.

Warum? Weil unser Pensionssystem bereits rund 30 Milliarden Euro an Zuschuss aus dem Budget erfordert, das ist fast jeder vierte Steuer-Euro. Das ist bekannt. Ebenso, dass dieser jährliche Zuschussbedarf unweigerlich weiter steigen wird. Woher nehmen?

Eine Möglichkeit ist da eben, es so zu machen wie alle Superreichen der Welt, aber auch viele Staaten: Sie setzen einen gewissen Anteil ihres Vermögens am Kapitalmarkt ein und verdienen dort. Sogar die nicht gerade ultrakapitalistischen Skandinavier tun das seit Jahren mit Erfolg, immer zusätzlich zum Umlageverfahren wie bei uns, wo die Aktiven über ihre Beiträge die laufenden Renten decken.

Finnland hat rund 290 Milliarden Euro an Pensionsgeldern angesammelt, alleine 2025 wuchs dieser Topf dank guter Börsenentwicklung um 20 Milliarden. Vor ihnen haben Dänen und Schweden diesen Weg gewählt, und der norwegische Staatsfonds gilt überhaupt als größter Aktionär Europas. Er hat Anteile an Hunderten Firmen weltweit, von Adidas bis Walt Disney, und ist rund 183 Billionen Euro schwer. Rechnerisch hat so jeder Norweger 327.000 Euro Rentenvermögen.

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