Österreichs öffentliche Hand gibt jedes Jahr unglaubliche 67 Milliarden Euro für Waren, Dienstleistungen und Bauprojekte aus. GLOBAL 2000 sieht darin eine gewaltige Chance für den Klimaschutz. Dafür müssten alle öffentlichen Investitionen an Klima- und Umweltschutzkriterien gebunden werden.
„Gerade jetzt, wo die Treibhausgasemissionen wieder steigen und der Hitzesommer bereits über 600 Menschen das Leben gekostet haben soll, müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden“, sagt Aktivist Johannes Wahlmüller.
Seine Ökorechnung: Vom Dienstwagen über das Krankenhaus bis zum Mittagessen im Kindergarten, alle Waren und Dienstleistungen müssten zu einem Turbo für Klima- und Umweltschutz werden und zu verbindlichen Kriterien bei allen Investitionen erklärt werden.
Die Kaufkraft des Staates könnte künftig darüber entscheiden, ob umweltfreundliche Produkte, klimaverträgliche Bauprojekte und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft stärker zum Zug kommen, so die Umweltschutzorganisation.
Und die Bevölkerung sieht das offenbar ähnlich: Neun von zehn Österreichern halten eine möglichst geringe Umweltbelastung bei öffentlichen Aufträgen für wichtig. 77 Prozent wollen, dass ökologische Kriterien bei öffentlichen Vergaben verpflichtend geprüft und berücksichtigt werden.
CO₂-Ausstoß steigt wieder an
Denn während Österreich unter Hitze, Dürre und Waldbränden leidet, stiegen die Treibhausgasemissionen 2025 laut aktueller Prognose des Umweltbundesamtes – nach Jahren der Senkung – wieder an. Rund 67,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent könnten ausgestoßen werden – ein Plus von 0,7 Prozent oder rund 500.000 Tonnen.
Ein Sommer mit tödlichen Folgen
41 Grad, Tropennächte, ausgetrocknete Böden und Waldbrände: Die Klimakrise war in diesem Sommer für die Menschen in Österreich unmittelbar spürbar. Besonders erschütternd: Mehr als 600 Menschen sollen den extremen Temperaturen bereits zum Opfer gefallen sein. Dazu kommen massive Schäden für die Landwirtschaft und hitzebedingte Ausfälle in der Arbeitswelt.
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