Noch viele Vermisste
Flut in Nepal: Überlebende nach 10 Tagen gerettet
Zehn Tage nach der verheerenden Sturzflut in Nepal und Tibet haben Rettungskräfte wieder zwei Überlebende bergen können. Ein Chinese wurde aus dem Tunnel eines Wasserkraftwerks, eine Nepalesin aus den Trümmern eines Hauses gerettet. Die Suche läuft weiter, Tausende Menschen werden noch vermisst.
Von Schlamm bedeckt hatten Helfer die Frau in einem zerstörten Haus im Distrikt Nuwakot entdeckt, teilte die nepalesische Armee am Samstag mit. Sie gaben ihr eine Wasserflasche und trugen sie dann, ihn eine Decke eingehüllt, ins Freie. Die Überlebende wurde zur Behandlung in die Hauptstadt Kathmandu geflogen.
Tief in Tunnel entdeckt
Bei einer weiteren Rettungsaktion wurde ein chinesischer Staatsbürger aus einem Tunnel des Wasserkraftprojekts Upper Trishuli-1 gerettet. Laut Nepals Militär drangen Armeeangehörigen 225 Meter tief in den Tunnel vor, um den Mann zu bergen. Er wurde per Helikopter ausgeflogen und wird medizinisch behandelt.
„Nicht jeder hat es geschafft“
Er ist bereits der dritte Arbeiter, der aus dem im Bau befindlichen Kraftwerks gerettet wird. Am Freitag waren zwei in einem Tunnel verschüttete Männer geborgen worden. Einer der beiden Arbeiter vermutete gegenüber der Zeitung „The Kathmandu Post“, dass tiefer in den Stollennetzen noch weitere Menschen eingeschlossen sein könnten. „Das könnte sein, nicht jeder hat es geschafft, sich zu retten. Der Tunnel ist sehr lang.“
Insgesamt wurden elf Wasserkraftanlagen bei der verheerenden Sturzflut verwüstet. Nach Angaben des Verbands unabhängiger Stromerzeuger Nepals waren nach der Katastrophe fast 900 Beschäftige der Betreiber nicht erreichbar. Die Zahl könnte jedoch noch deutlich höher liegen. Bisher wurden nur wenige gerettet, die Suche im Stollensystem wird fortgesetzt.
Mehr als 5000 Vermisste
Bisher wurden mehr als 1300 Todesopfer infolge der Katastrophe in Nepal und Tibet bestätigt. In Nepal stieg ihre Zahl nach aktuellen Angaben der dortigen Polizei auf 1344, darunter 85 Kinder. Die Zahl der Vermissten wird mit knapp 4900 beziffert, einschließlich 618 Menschen aus dem Ausland. Die Zahl der Todesopfer in Tibet wurde zuletzt mit 31 angegeben. Dort wurden noch 531 Menschen vermisst.

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