„Besser erklären“. Eine EU-Abfuhr aus Island, die „Nordlichter“ haben am Wochenende bekanntlich weitere Beitrittsgespräche mit Brüssel mit fast 53 Prozent (bei 80 Prozent Wahlbeteiligung) abgelehnt – und wieder bekommen wir zu hören, was wir immer hören, wenn in der Politik eine Rechnung nicht aufgeht. Man müsste den Menschen - in diesem Fall – die EU eben „besser erklären“. So, wie sich auch österreichische Politiker nach Niederlagen oft darauf ausreden, man habe ihre glorreichen Taten zu wenig gut erklärt. Was so viel heißt, wie: Man habe das Richtige getan, es aber leider, leider zu wenig gut verkauft. Als wäre das der einzige Fehler gewesen. So einfach darf man die Politik freilich nicht davonkommen lassen. Die Wähler tun das längst nicht mehr.
Aufwind für EU-Skeptiker. So kann man sich auch nicht damit abspeisen lassen, die Vorteile der EU seien den Isländern nicht gut genug erklärt worden. Das wäre allzu billig und so gefährlich wie von der EU beauftragte Umfragen, wonach das Vertrauen in die Union quer durch Europa ohnehin hoch, in Österreich sogar überdurchschnittlich hoch sei. Doch das isländische Nein zu weiteren Beitrittsverhandlungen mit Brüssel gibt allen EU-Skeptikern neuen Aufwind. Bekanntlich hat erst in der Vorwoche Alice Weidel, die Chefin der deutschen Rechtspartei AfD, die vor einem Sieg bei den Landtagswahlen am kommenden Sonntag in Sachsen-Anhalt steht, sich in Wien für einen Austritt zumindest aus Schengen und Euro ausgesprochen. Die Schwesterpartei FPÖ hat daraufhin zwar signalisiert, das ginge ihr zu weit. Aber wer weiß – was geht einer Partei im Erfolgsrausch schon zu weit? Können doch Kickl und Co. vielen die Welt offenbar besser als andere erklären.
Kommen Sie gut durch den Dienstag!
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