Wiens Mistkübel sind für ihre frechen Sprüche bekannt. Nun haben Unbekannte den MA-48-Look für politische Botschaften gekapert. 34 Papierkörbe im ganzen Stadtgebiet sind bereits betroffen – die Behörde lässt die Sticker entfernen und hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Wiens Mistkübel sind längst mehr als bloße Abfallbehälter. Mit ihren frechen, oft typisch wienerischen Sprüchen hat die MA 48 über Jahre einen unverwechselbaren Auftritt geschaffen. Genau diesen Wiedererkennungswert machen sich nun Unbekannte zunutze: Seit einigen Tagen kleben auf Mistkübeln Botschaften, die auf den ersten Blick wie offizielle Sujets der Stadt wirken.
Aufkleber sehen nach MA 48 aus
Die neuen Sticker greifen Gestaltung und Erscheinungsbild der MA 48 auf. Laut Behörde stammen sie allerdings ausdrücklich nicht von ihr. Corporate Design, Logo und Farbgebung seien ohne Zustimmung verwendet worden. Dadurch werde der Eindruck erzeugt, die Texte seien Teil einer offiziellen Kampagne.
Inhaltlich nehmen die Aufkleber politische Themen ins Visier. Es geht unter anderem um Minister Peter Hanke, Verkehrsprojekte, Autobahn und Tunnel sowie die Lobau. Die vollständige Liste der der MA 48 bekannten Sprüche liegt der „Krone“ von der Behörde bestätigt vor. Auf deren ausdrücklichen Wunsch veröffentlichen wir die einzelnen Texte nicht.
Bereits 34 Mistkübel betroffen
Ein Einzelfall ist die Aktion längst nicht mehr. Der MA 48 sind mittlerweile Aufkleber auf insgesamt 34 Papierkörben im gesamten Wiener Stadtgebiet bekannt. Die Mitarbeiter wurden deshalb angewiesen, bei der regulären Entleerung ein besonderes Augenmerk auf solche Sticker zu legen. Werden sie entdeckt, sollen sie umgehend entfernt werden. Damit will die Behörde verhindern, dass die fremden Botschaften weiterhin den Anschein offizieller MA-48-Kommunikation erwecken.
Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet
Die MA 48 hat wegen der Aktion eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Wer die Aufkleber gestaltet, produziert und im Stadtgebiet angebracht hat, ist nach Angaben der Behörde bislang unbekannt.
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