Gleich drei Einsätze wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt beschäftigten die Wiener Polizei am Sonntag. In Favoriten und Rudolfsheim-Fünfhaus eskalierten Amtshandlungen teils heftig. Mehrere Beamte wurden dabei attackiert, zwei Polizistinnen konnten nach einem Einsatz ihren Dienst nicht mehr fortsetzen.
Der erste Vorfall ereignete sich gegen 8.10 Uhr in der Faulmanngasse in Wieden. Polizisten der Polizeiinspektion Schönbrunnerstraße wurden wegen einer Körperverletzung zu einem Lokal gerufen. Dort trafen sie auf einen verletzten 17-Jährigen, der eine Rissquetschwunde erlitten hatte.
Frau verletzte gleich mehrere Personen
Eine 21-jährige rumänische Staatsangehörige steht im Verdacht, für die Verletzung verantwortlich zu sein. Die Frau befand sich noch im Lokal und soll sich trotz mehrfacher Aufforderung geweigert haben, dieses zu verlassen und bei der Klärung des Vorfalls mitzuwirken.
Dann eskalierte die Situation: Laut Polizei soll die Verdächtige nach den Beamten getreten und einem Polizisten einen Handballenstoß versetzt haben. Die 21-Jährige wurde daraufhin festgenommen. Auch ein 49-jähriger Mitarbeiter des Lokals, der zuvor versucht hatte, die Situation zu beruhigen, soll von der Frau leicht verletzt worden sein.
Der 17-Jährige wurde von der Berufsrettung Wien in ein Spital gebracht. Das Motiv ist noch unklar.
Mann wollte Hotel nicht verlassen
Nur wenige Stunden später, gegen 13.45 Uhr in der Diefenbachgasse in Fünfhaus, kam es zum nächsten Zwischenfall. Beamte der Polizeiinspektion Westbahnhof wurden zu einem Hotel gerufen, weil sich ein Mann geweigert hatte, dieses zu verlassen. Bei der Amtshandlung soll der 25-jährige österreichische Staatsbürger plötzlich zwei Polizistinnen ins Gesicht geschlagen haben. Mit Unterstützung der WEGA konnte der Mann schließlich festgenommen werden.
Die beiden Polizistinnen mussten im Krankenhaus behandelt werden und konnten anschließend ihren Dienst nicht mehr fortsetzen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde der 25-Jährige in eine Justizanstalt gebracht.
Mann hatte Blut an den Händen
Der dritte Fall ereignete sich gegen 22.20 Uhr in der Goldschlagstraße. Dort wurde die Polizei wegen einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen auf offener Straße alarmiert.
Vor Ort trafen die Beamten auf einen 28-jährigen rumänischen Staatsangehörigen, der Blut an den Händen hatte. Während der Sachverhaltsklärung wurde der Mann laut Polizei zunehmend aggressiv.
Als die Beamten ihn an einer Wand fixierten, soll er sich aus der Fixierung gelöst und anschließend mit Ellenbogen und Fäusten in Richtung der Polizisten geschlagen haben. Der 28-Jährige wurde festgenommen. Ein anschließend durchgeführter Alkotest ergab bei dem Mann 1,7 Promille.
Drei Einsätze, drei Festnahmen – und gleich mehrere Polizisten, die im Zuge der Amtshandlungen attackiert wurden.
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