Streit auf 3000 Metern

Vorfall am Glockner: Bergführer gibt Lizenz zurück

Tirol
31.08.2026 15:25
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Wie berichtet kam es vor gut einer Woche auf dem Mürztaler Steig auf dem Großglockner zu einem unglaublichen Vorfall zwischen einem Bergführer und einem polnischen Bergsteiger. Ein Video des Zwischenfalls ging viral. Der Einheimische zog nun Konsequenzen.

Nach dem schier unglaublichen Vorfall auf rund 3000 Metern Seehöhe auf dem Großglockner, bei dem es zu einem Streit zwischen einem Bergführer und einem Alpinisten aus Polen kam, zieht der Bergführer nun Konsequenzen. Der Steirer legte seine Bergführerlizenz zurück.

Erste Konsequenzen
Dies berichtete der ORF. Der Disziplinarausschuss des steirischen Bergsportführerverbands hatte sich mit der Causa befasst. Nun zog der Mann selbst die Konsequenzen.

Der Schladminger Bergführer wurde vom Kalser Berg- und Skiführerverein vermittelt. Vereinsmitglied ist der Mann nicht. „Das Verhalten war katastrophal und absolut inakzeptabel“, betont Vereinschef Michael Amraser. „Diesem Bergführer werden wir keinen Auftrag mehr vermitteln.“ Auch den Polen habe man via soziale Medien angeschrieben und um Entschuldigung gebeten.

Hier sehen Sie die dramatischen Szenen im Video:

Streit zwischen Alpinisten
Was war passiert? In rund 3000 Metern Höhe befand sich ein Pole samt seiner Begleiterin in einer schmalen, ausgesetzten Abwärtspassage, als der Schladminger Bergführer von oben kam und überholen wollte. Der Pole bat freundlich, der Österreicher möge warten – auch in Hinblick auf seine Begleiterin gleich unter ihm. Die Antwort: „Ich bin Bergführer, halt dein Maul!“ Dann legte der Steirer noch nach: „Ich komme rauf und geb dir eine!“ In der Folge legte auch der Pole verbal nach.

Plötzlich drehte der Bergführer, der schon vorbei war – auch an der Begleiterin des Polen – um, kam zurück hinauf zum Mann und ging ihm fast an die Gurgel – auf einem schmalen Grat in 3000 Meter Höhe! Er forderte, der Pole solle sich benehmen – was dieser grundsätzlich tat. Die Begleiterin wollte den Streit verbal schlichten. Der Bergführer ging schließlich weiter. „Es ist wirklich unglaublich“, rief der Pole abschließend hinterher.

Drei Monate Haft drohen
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Innsbruck hat die Polizei bereits mit Erhebungen begonnen und wird dann einen Bericht an die Staatsanwaltschaft schicken. Es geht um den Verdacht der Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Dem Bergführer drohen bis zu drei Monate Haft.

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