Kalt erwischt hat die EU das Referendum zu weiteren Beitrittsgesprächen der nordischen Insel zur Union: 52,8 Prozent sind dagegen, die Beitrittsverhandlungen mit Brüssel nach vielen Pause-Jahren wieder aufzunehmen – und das bei einer enorm hohen Wahlbeteiligung von 82 Prozent. Die Skepsis überwog vor allem in den ländlichen Gebieten des Inselstaates. Eine Mehrheit der Isländer schätzt wohl vor allem den Status als EWR-Mitglied – sie nutzen die Vorteile des Binnenmarkts, bewahren aber ihre Eigenständigkeit. Enger Partner Europas – unter Wahrung der Eigenständigkeit. Das isländische Modell könnte Abspaltungstendenzen in manchen EU-Ländern neu beflügeln.
Stark im „Vertun“. „Die EU hat wieder einmal bewiesen, dass ihr Gurkenkrümmung und Co. offenbar wichtiger sind als geopolitische Strategien“, kommentiert heute „Krone“-Island-Kenner Gregor Brandl den Ausgang der Abstimmung im Mini-Staat im Nordatlantik, der nur etwa so viele Einwohner wie Graz zählt. Aber die Insel ist reich, NATO-Stützpunkt und liegt direkt neben dem strategisch so bedeutenden und deshalb von Trump heiß begehrten Grönland. Brandl kritisiert, dass es Brüssel erneut verabsäumt habe, „sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren“. Deutliche Signale an einen potenziellen Nettozahler seien eher Fehlanzeige gewesen. „Von Moskau, Peking und Washington gesponserte Internet-Trolle hatten mit ihrer Anti-EU-Propaganda in Reykjavik somit ein leichtes Spiel“, schreibt der Island-Beobachter und findet: „Was für eine vertane Chance für den (noch) größten Wohlstandsraum des Planeten.“ Ja, beim „Vertun“ ist man in der EU ganz stark.
Kommen Sie gut durch den Montag!
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.