Blitzschnell reagiert

Direktor rettet 900 Schüler vor Flutwelle in Nepal

Ausland
30.08.2026 18:31
Porträt von krone.at
Von krone.at

Geistesgegenwärtig reagierte ein Schulleiter in Nepal auf die Warnungen vor der drohenden Flutkatastrophe – und rettet damit wohl rund 900 Schülern das Leben. Hätte er nur Minuten später gehandelt, wären sie wohl tot gewesen, erzählt er.

„Ich erfuhr durch Anrufe von der Flutwelle – etwa 15 Minuten, bevor sie unsere Schule tatsächlich erreichte“, erzählte Rajenda Dawadi, Leiter der Sekundarschule in dem Ort Trishuli Baraar, der Deutschen Presse-Agentur. Weil er sofort entschied, die Schule zu evakuieren, rettete er wohl 900 Schülern das Leben. Zudem konnte er Schulbusse mit Hunderten weiteren Kindern auf dem Weg zur Schule rechtzeitig umdirigieren.

„Ich sagte mir: Wenn es keine Flut gibt, verlieren wir einen Schultag. Aber wenn es eine Flut gibt, verlieren wir alle unser Leben“, erzählte Dawadi. Die 900 Kinder in der Schule flüchteten zu Fuß und einige mit einem Bus.

Kurzzeitig sei Panik in der Schule ausgebrochen. Eine in Ohnmacht gefallene Schülerin wurde mit einem Moped in Sicherheit gebracht. „Hätten wir die Entscheidung zur Flucht zehn Minuten später getroffen, könnten wir alle – einschließlich der Schüler und mir – heute nicht mehr mit Ihnen sprechen“, zitierte die BBC den Schulleiter.

Es ging um Sekunden
Eine der geretteten Schülerinnen, die 16-jährige Yunisha, erzählte dem Sender, sie hätten sich nur Sekunden vor dem Hereinbrechen der Flutwelle in Sicherheit bringen können. Mit anderen sei sie einen schlammigen Weg hinter der Schule bergauf gerannt, als der Ort hinter ihr schon durch die Wasser- und Geröllmassen zerstört worden sei. Vom Schulgebäude blieb fast nichts übrig. Ein Lehrer und der Hausmeister, der noch schnell die Türen schließen wollte, kamen ums Leben.

Nach der Flutwelle am Mittwoch sind bisher rund 800 Tote in Nepal und Tibet geborgen worden. Mehr als 3000 Menschen, darunter auch Hunderte Ausländer, werden vermisst. Ganze Orte wurden zerstört, die Schäden gehen in die Milliarden.

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