Mit Beschwörungen der politischen Mitte sowie einer Warnung vor „Populisten“ hat am Sonntag der „Tirol-Tag“ die Halbzeit beim heurigen Europäischen Forum Alpbach markiert.
Politische Mitte, starke Regionen und ein deutliches Nein zu Populisten: Beim traditionellen Tirol-Tag des Europäischen Forums Alpbach wurde am Sonntag ordentlich europapolitisches Selbstbewusstsein versprüht. Besonders Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher warnte vor einem Erstarken antieuropäischer Kräfte.
Mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schlug er Alarm. Europa müsse angesichts des möglichen Erfolgs der AfD „mit Sorge“ auf die Entwicklung blicken. Unsicherheit, Ungleichheit und „Raubtierkapitalismus“ würden viele Menschen verunsichern. Seine Antwort: Europa müsse seine „Marktmacht“ nutzen und seine Werte verteidigen. „Europa gewinnt mit seinen Werten“, lautete seine Botschaft.
Auch sein Tiroler Amtskollege Anton Mattle stellte die Regionen ins Zentrum. Die EU solle sich um die „großen Dinge“ kümmern, während Fragen des täglichen Lebens möglichst nahe bei den Menschen gelöst werden sollten. Gerade bei Themen wie der Gesundheitsversorgung müsse man selbst bestimmen können, so Mattle.
Othmar Karas, Präsident des Forums Alpbach, stimmte in den Chor ein. Die „Mitte verbindet“, gebe Halt und Kraft. Europa brauche mehr Entschlossenheit und Zusammenarbeit. Gerade die Regionen würden zeigen, wie aus Vielfalt Stärke entstehen könne.
Ehrensalve, Hymnen und ein echtes Kaiserwetter
Bei strahlendem Sonnenschein marschierten nach der Messe die Alpbacher Schützen, Musikkapelle und Fahnenabordnungen auf dem Dorfplatz auf. Landeshymne, Bundeshymne und Europahymne durften dabei ebenso wenig fehlen wie eine traditionelle Ehrensalve.
Beim anschließenden Euregio Summit rückte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner das Migrationsthema in den Mittelpunkt. Die illegale Migration sei EU-weit in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 55 Prozent zurückgegangen, heuer nochmals um rund 40 Prozent.
Das Forum Alpbach läuft noch bis 4. September. In den kommenden Tagen stehen die großen „Conference Days“ mit prominenten Gästen am Programm.
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