Alle Hinweise passen

Forscher sicher: Das ist das echte Grab von Jesus

Wissen
30.08.2026 19:10

Was unter der Grabeskirche entdeckt wurde, ist bemerkenswert. Italienische Archäologen haben dort eine antike Landschaft mit Gartenflächen, einem ehemaligen Steinbruch und direkt in den Fels geschlagenen Gräbern freigelegt. Mehrere dieser Spuren passen erstaunlich gut zu Schilderungen aus der Bibel.

Die Grabungen hatten 2022 im Zuge einer Bodensanierung in der weltberühmten Kirche begonnen und sind mittlerweile abgeschlossen. Die Analyse der dabei entdeckten Bereiche sorgt nun für Aufsehen. Denn die Forscher fanden unter dem Gotteshaus nicht nur Gräber. „Wir haben Hinweise auf eine Bestattungslandschaft gefunden“, sagt Grabungsleiterin Francesca Romana Stasolla von der Universität La Sapienza in Rom. Und ausgerechnet die Mischung aus Gräbern und landwirtschaftlich genutzten Flächen macht die Entdeckung so brisant.

Besonders ein Garten lässt aufhorchen
Im Johannesevangelium wird berichtet, dass sich am Ort der Kreuzigung ein Garten befunden habe. Darin soll ein neues Grab gelegen sein, in dem zuvor noch niemand bestattet worden war. Genau unter der Grabeskirche fanden die Archäologen Hinweise auf eine solche bewirtschaftete Fläche.

„Das Evangelium erwähnt eine grüne Fläche zwischen Golgatha und dem Grab, und wir haben diese bewirtschafteten Felder identifiziert“, erklärt Stasolla. Dazu kommen Spuren von Olivenbäumen und Weinreben. Sie stammen aus der Zeit um das Jahr 33 nach Christus – jenem Zeitraum, in den der Tod Jesu meist eingeordnet wird.

Ein Hinweis passt zum nächsten
Auch die Lage sorgt für Aufsehen: Der untersuchte Steinbruch befand sich zur Zeit Jesu außerhalb der damaligen Stadtgrenzen Jerusalems. Im Hebräerbrief heißt es, dass Jesus außerhalb des Stadttores litt. Das Johannesevangelium wiederum beschreibt den Ort der Kreuzigung als nahe bei Jerusalem.

Zitat Icon

Das Evangelium erwähnt eine grüne Fläche zwischen Golgatha und dem Grab, und wir haben diese bewirtschafteten Felder identifiziert.

Grabungsleiteri Francesca Romana Stasolla

Der einst bis zu sechs Meter tiefe Steinbruch war teilweise mit Erde aufgefüllt worden. Nach Ansicht der Forscher spricht das dafür, dass Teile des Geländes später für den Anbau genutzt wurden. Gleichzeitig entstanden dort Gräber, die direkt aus dem Fels gehauen wurden.

Auch die Felsgräber passen
Deren Form ist ebenfalls bemerkenswert. Sie erinnert an die Beschreibungen der Grabstätte Jesu in den Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas. Damit kommen zu Garten, Alter und Lage des Geländes weitere auffällige Übereinstimmungen hinzu.

Ein Arbeiter bei Renovierungsarbeiten in der Grabeskirche anfang August. Unter dem weltberühmten ...
Ein Arbeiter bei Renovierungsarbeiten in der Grabeskirche anfang August. Unter dem weltberühmten Gotteshaus stießen Archäologen auf Spuren, die erstaunlich gut zu biblischen Überlieferungen passen.(Bild: AFP/ILIA YEFIMOVICH)

Eine bestimmte Grabkammer wurde später sogar zum Mittelpunkt einer jahrhundertelangen Entwicklung. Im 2. Jahrhundert wurde sie durch ein römisches Bauwerk aus der Zeit Kaiser Hadrians versperrt.

Kaiser ließ Grab wieder freilegen
Rund 200 Jahre danach ließen Bauleute im Auftrag Kaiser Konstantins diese Anlage beseitigen. Das Grab wurde wieder freigelegt, von den anderen Kammern getrennt und an dieser Stelle ein christlicher Schrein errichtet. Damit verdichten sich die Hinweise: Garten, landwirtschaftliche Flächen, die Lage außerhalb der damaligen Stadt, das Alter der Spuren und die Felsgräber passen in mehreren Punkten zu den biblischen Überlieferungen. Doch eine entscheidende Frage bleibt.

So auffällig die Übereinstimmungen auch sind: Einen abschließenden Beweis dafür, dass Jesus Christus tatsächlich in diesem Grab bestattet wurde, gibt es nicht. Die Archäologie kann zeigen, wie das Gelände ausgesehen und wie es sich über die Jahrhunderte verändert hat – nicht aber, wer dort tatsächlich bestattet wurde.

Auch Grabungsleiterin Stasolla stellt deshalb die Geschichte des Ortes in den Mittelpunkt. „Der wahre Schatz, den wir freilegen, ist die Geschichte der Menschen, die diesen Ort durch ihren Glauben zu dem gemacht haben, was er ist.“ Ob tatsächlich das Grab Jesu gefunden wurde, bleibt aber ein weiteres der größten Rätsel Jerusalems.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung