Todesflut im Himalaya
Nepal: Satellitenbilder zeigen massive Zerstörung
Die gewaltige Sturzflut in der Gebirgsregion zwischen Nepal und China am Mittwoch hat Tod und Zerstörung gebracht. Satellitenbilder zeigen das Ausmaß der Katastrophe: Ganze Dörfer sind verschwunden, Landstriche verwüstet.
Über den Fluss Bhotekoshi von Nepal aus war die Sturzflut durch die Grenzregion im Südwesten Tibets bis hinein nach Zentralnepal geschossen und hatte eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Ganze Dörfer wurden weggespült. Die Fluten rissen außerdem Brücken mit und richteten schwere Schäden an Staudämmen und Gebäuden an.
Das gesamte Ausmaß der Katastrophe wird sich erst in den kommenden Tagen und Wochen beziffern lassen, Satellitenbilder verdeutlichen aber die massive Zerstörung durch die Todesflut.
Ursache noch nicht geklärt
Was die Sturzflut auslöste, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine viel genannte Vermutung ist, dass ein Gletschersturz auf nepalesischer Seite die Lawine aus Wasser und Schlamm in Gang setzte. Die Wucht war so stark, dass Erdbeben-Messinstrumente ausschlugen. Zudem begünstigte nach Expertenmeinung das enge und steile Flusstal, dass sich die Wassermassen derart auftürmen konnten.
Unterdessen suchen Rettungskräfte unter Schlamm und Geröll nach Überlebenden. Sie haben die Angst vor einer zweiten Flut im Nacken: Denn als Folge der Sturzflut bildete sich an einer Flussmündung ein neuer See, der durch einen natürlichen Damm aus Geröll aufgestaut wurde.
Angst vor Dammbruch
Am schwer getroffenen Grenzübergang Gyirong in Tibet flussabwärts von dem See mussten die Arbeiten zeitweise ausgesetzt werden, da gemeldet wurde, dass der Stausee begann, überzulaufen. Das konnte laut chinesischen Staatsmedien gestoppt werden, inzwischen wurden die Rettungsarbeiten wieder aufgenommen.
Die Angst vor dem Dammbruch bleibt, da für die kommenden Tage Regen vorhergesagt wird. Eine neue Flut könnte nicht nur für neue Opfer sorgen, sondern auch die Zufahrtswege in das Katastrophengebiet erneut unpassierbar machen.
Schwierige Identifizierung
Bisher hat die nepalesische Polizei 489 Todesopfer registriert, im autonomen Gebiet Tibet in China wurden zuletzt fünf Tote gemeldet. Damit gibt es bis jetzt 494 bestätigte Todesopfer durch die Sturzflut. Diese Zahl dürfte noch weiter steigen. Laut nepalesischer Polizei wurden viele Leichen noch nicht identifiziert, auch weil die Körper von der Flut stark beeinträchtigt wurden. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir einen vollständigen Überblick über die Vermissten haben, da wir derzeit noch kein klares Bild haben“, sagte Polizeisprecher Abi Narayan Kafle der Deutschen Presse-Agentur.
Über 900 weitere Menschen gelten in Nepal noch als vermisst, China meldete zuletzt mehr als 500 Vermisste gemeldet. Darunter befinden sich viele ausländische Touristen, auch acht Deutsche, aber keine Österreicher. Mittlerweile stellten chinesische Techniker in dem Gebiet auch das zusammengebrochene Telekommunikationsnetz wieder her.

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