„Komplex & schwierig“

Ärger um neue Vergabe der Gemeindewohnungen

Wien
27.08.2026 19:00

Das neue Anmeldungstool für Gemeinde- und geförderte Wohnungen sollte alles einfacher machen – es gibt aber Schwierigkeiten, wie Interessierte erzählen und die Opposition kritisiert. Die „Krone“ gibt Hilfestellung.

Die Stadt vergibt jedes Jahr rund 14.000 Gemeindebau- und geförderte Wohnungen – damit diese dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden, hat die Stadt wie berichtet das Vergabesystem umgestaltet. Mit der Wohnungsvergabe Neu soll der Zugang noch fairer und transparenter gestaltet werden.

Kritik und Verwirrung
Doch es gibt auch Kritik beziehungsweise Verwirrung darüber. Denn der Vorgang im Internet sei durchaus komplex und schwierig und bedürfe einiger Kenntnisse im Umgang mit IT – so die Aussage zahlreicher Nutzer. Alleine um sich anmelden zu können, benötigt man eine ID-Austria oder ein Stadt Wien Konto, weiters müssen zahlreiche Dokumente eingescannt beziehungsweise hochgeladen werden – ein Umstand, mit dem sich vor allem ältere Menschen schwertun. Als eine Seniorin beim Wohnservice anrief, um um Hilfe zu bitten, wurde ihr gesagt: „Sie können doch ihren Enkel oder einen jüngeren Nachbarn um Hilfe bitten.“

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Die Stadt schafft ein bürokratisches Punktesystem, mit dem echten Wienern die Möglichkeit der Direktvergabe per Wohn-Ticket genommen wird.

FPÖ-Obmann Dominik Nepp

Kritik daran kommt von Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp: „Die Wohnungsvergabe Neu ist einmal mehr der Beweis dafür, dass gut gemeint das Gegenteil von gut gemacht ist. Die Menschen sind mit diesem komplexen System weitgehend überfordert und die Hilfestellung von Wiener Wohnen lässt zu wünschen übrig.“ Laut ihm bestehe dringender Handlungsbedarf. Auch weil die Direktvergabe nicht mehr möglich sei.

Stadt klärt auf
Auf „Krone“-Anfrage klärt das Wohnservice auf: „Wenn man keine ID-Austria hat, ist ein Stadt Wien Konto kostenlos und einfach zu erstellen.“ Personen, die bei der Registrierung Hilfestellung benötigen, können sich vor Ort an die Mitarbeiter des Wohnservice (3., Paragonstraße 4) wenden, wofür keine Terminvergabe nötig ist.

Jene, die selbst keinen Online-Antrag stellen können, können einen Termin unter 01/24 111 (Mo bis Fr, 7 bis 20 Uhr) vereinbaren.

Die Vorab-Registrierung zum neuen System ist seit 14. Juli möglich, die Wohnungssuche ist aber erst ab 22. September freigeschaltet. Auch die Direktvergabe sei dann nach Punkten möglich.

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