Russland hat Großbritannien wegen seiner Unterstützung der Ukraine offen mit Angriffen auf britische Militärziele gedroht. Auslöser ist die geplante Weitergabe sensibler Raketentechnologie an Kiew. Gleichzeitig sorgt eine geheime Reise von CIA-Chef John Ratcliffe nach Moskau für Spekulationen über eine mögliche weitere Eskalation.
Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte am Donnerstag, Großbritannien und Frankreich würden mit ihrer Unterstützung für die Ukraine „mit dem Feuer spielen“. Eine russische Antwort auf ukrainische Angriffe mit britischen Waffen könne demnach „britische Militäreinrichtungen und -ausrüstung in der Ukraine und darüber hinaus“ treffen.
Scharfe Warnung an London
Sie drohte mit „katastrophalen Folgen“ und forderte London auf, seine aus russischer Sicht „feindselige und aggressive“ Haltung aufzugeben. Wie der „Guardian“ berichtet, stehen die Drohungen im Zusammenhang mit Londons Plänen, Kiew Zugang zu klassifizierter Technologie für die Produktion von Storm-Shadow-Marschflugkörpern zu ermöglichen. Zugleich verweist die britische Zeitung auf Berichte über einen Besuch von CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau.
Vertrauliche Technologie sorgt für ordentlich Säbelrasseln
Großbritannien will der Ukraine den Zugang zu vertraulicher Technologie ermöglichen, damit das Land die Langstreckenwaffen künftig selbst herstellen kann. Frankreich stimmte der Lizenzierung der Technologie zu. Die Storm Shadow können Ziele tief in Russland erreichen.
Die Drohungen kommen kurz nach Berichten über Ratcliffes geheimen Moskau-Besuch. Laut dem „Wall Street Journal“ soll der CIA-Chef das russische Vorgehen gegenüber der NATO thematisiert und vor einem möglichen Angriff auf ein NATO-Land gewarnt haben. Als mögliches Szenario wurde demnach etwa ein Cyberangriff oder ein begrenzter Vorstoß in einem baltischen Staat genannt.
Kreml weist Berichte zurück
Der Kreml dementierte Berichte über eine entsprechende Warnung. Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Meldungen als „Angstmacherei“ und erklärte, sie hätten „nichts mit der Realität und nichts mit den Absichten der Russischen Föderation“ zu tun.
Unterdessen gehen die gegenseitigen Angriffe zwischen Russland und der Ukraine weiter. Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in Charkiw wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs Oleh Synjehubow mindestens ein Mensch getötet, vier weitere wurden verletzt. Auch Kiew und andere ukrainische Regionen wurden angegriffen.
Neue Angriffe auf beiden Seiten
Russland meldete seinerseits Angriffe auf Einrichtungen, die der ukrainischen Armee dienen sollen. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden unter anderem Lager- und Montageeinrichtungen für Drohnen, Logistikzentren, eine Ölraffinerie und mehrere Häfen angegriffen. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Trotzdem ein kleiner Hoffnungsschimmer
Trotz der militärischen Eskalation gibt es aus Kiew zugleich Signale für neue Verhandlungen. Der ukrainische Präsidialamtschef Kyrylo Budanow stellte Gespräche mit Russland unter Beteiligung der USA im September in Aussicht. „Ich hoffe darauf, ja, und natürlich auch auf amerikanische Vertreter. Ohne sie geht es nicht“, sagte er.
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