Da haben sie den Salat
Tausende lieferten sich wilde Paradeiser-Schlacht
Was für eine köstliche Sauerei! In der spanischen Kleinstadt Buñol sind am Mittwoch wieder Tausende Menschen mit überreifen Paradeisern aufeinander losgegangen. Bei der traditionellen „La Tomatina“ fand in der Stadt für rund eine Stunde die wohl größte Lebensmittelschlacht der Welt statt.
Rund 22.000 Teilnehmer durften sich durch die Straßen von Buñol, rund 40 Kilometer westlich von Valencia, mit den roten Früchten bewerfen. Dafür wurden je nach Quelle rund 120 bis 165 Tonnen Paradeiser von Lastwagen in die Stadt gebracht. Vor dem Werfen müssen die Früchte zerdrückt werden, um Verletzungen zu vermeiden.
Die weißen T-Shirts der Teilnehmer färbten sich rasch rosa und rot. Lastwagen fuhren durch die Menge und verteilten Paradeiser, während Pop-Musik aus den Lautsprechern dröhnte. Viele Besucher schützten ihre Augen mit Schwimm- oder Taucherbrillen. Nach rund einer Stunde beendete ein Kanonenschuss die Schlacht.
Von spontaner Schlacht zum Touristenmagneten
Die Tradition geht auf das Jahr 1945 zurück. Damals soll es während eines Festumzugs zu einer spontanen Schlacht mit Gemüse gekommen sein. In den 1950er-Jahren wurde „La Tomatina“ vom spanischen Diktator Francisco Franco verboten. In den 1980er-Jahren machte die Berichterstattung im Fernsehen das Fest landesweit bekannt. Heute kommen Besucher aus aller Welt.
Besonders stark gestiegen ist das Interesse in Indien. Grund dafür ist unter anderem der Bollywood-Film „Zindagi Na Milegi Dobara“ („Man lebt nur einmal“) aus dem Jahr 2011, in dem die „La Tomatina“ vorkommt.
So nahm in dieser Ausgabe der 27-jährige Romail Khokhar aus Mumbai bereits zum dritten Mal teil. „Ich fühle mich wirklich großartig. Es ist das beste Festival, das ich je erlebt habe, und ich habe hier sehr viel Spaß“, sagte er.
Kritik an Lebensmittelverschwendung
Die Organisatoren betonen, dass die Paradeiser eigens für das Fest angebaut und überreif geerntet werden. Wegen ihrer Konsistenz und ihres Geschmacks seien sie nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. Kritiker bemängeln dennoch den hohen Verbrauch von Ackerflächen und Wasser.
Teilnehmer von außerhalb der Gemeinde zahlen 15 Euro Eintritt. Wegen des großen Andrangs wurde die Teilnehmerzahl 2013 auf 22.000 begrenzt – zuvor waren teilweise mehr als 50.000 Menschen gekommen.
Nach dem Ende der Schlacht werden die Straßen mit Wasser gereinigt. Die Säure der Paradeiser wirkt dabei laut der Gemeinde als Reinigungsmittel, weshalb die Straßen teilweise sogar sauberer sein sollen als zuvor.
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