Immer mehr Reisende nutzen die Koralmbahn statt den eigenen Pkw. Das sieht man auch an den Verkehrszahlen auf der Südautobahn, die im Korridor durchaus deutlich zurückgegangen sind.
Schon wenige Monate nach der Eröffnung des Koralmtunnels wurde klar, dass es sich bei den hohen Passagierzahlen über Weihnachten um kein Strohfeuer gehandelt hatte.
Ein Blick in die Statistik der Asfinag zum April – mit März war dann auch die Westbahn auf der Strecke voll aktiv – zeichnet ein klares Bild (siehe Grafik). Zumindest beim Personenverkehr hieß es für viele Reisende: „Von der Straße auf die Schiene.“ Die 33 täglichen Verbindungen wurden eifrig genutzt. „Täglich sind etwa 7000 Fahrgäste auf der Koralmbahn unterwegs“, hieß es seitens den ÖBB zur Halbjahresbilanz.
So wie bereits nach Ausbau und Beschleunigung der Westbahnstrecke im Jahr 2012, hat auch die Koralmbahn zu einer Verlagerung auf die Bahn geführt.

Klara Maria Schenk, VCÖ
Bild: VincentSufiyan
Starker Rückgang auf der Autobahn bei Pkw
Nun zeigen Zahlen der Asfinag, dass sich der Trend über das gesamte erste Halbjahr 2026 weitergezogen hat. „Mehr Bahn bringt weniger Autoverkehr“, fasst Verkehrsexpertin Klara Maria Schenk die Entwicklung zusammen.
So war im Koralmkorridor der Südautobahn ein Rückgang des Pkw-Verkehrs von 4,6 Prozent zu beobachten. Besonders in Kärnten wurde die Bahn begeistert genützt: Hier ging der Verkehr sogar um 6,3 Prozent zurück, auf der steirischen Seite immerhin um 3,6 Prozent.
Nicht nur Spritpreise
Doch könnte es auch andere Gründe geben? Schließlich vergeht einigen beim Blick auf die Benzinpreise wohl rasch die Lust aufs Autofahren. Und tatsächlich: Auch im restlichen Autobahnnetz ist ein Rückgang des Personenverkehrs zu beobachten – allerdings nur um 0,6 Prozent. „Die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise haben allgemein verkehrsdämpfend gewirkt“, heißt es vom Verkehrsclub Österreich. Im Raum der Koralm kam dann noch eine attraktive Alternative auf der Schiene dazu.
„Das kann aber durch Begleitmaßnahmen noch deutlich verstärkt werden“, betont Schenk. So können Unternehmen Pendler unterstützen, Ausflugsziele und Tourismusregionen durch Aktionen den Freizeitverkehr noch stärker auf die Schiene verlagern.
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