Erst flog Viktor Erdesz aus der FPÖ, nun wackelt sein Posten als Jugendchef der Kärntner Blauen. Ist das neue Führungsduo die Vorstufe zur Ablöse?
Viktor Erdesz ist offenbar nur schwer loszuwerden. Obwohl er aufgrund seiner Kontakte ins rechtsextreme Milieu aus der Kärntner FPÖ geschmissen wurde („die Vertrauensbasis ist nicht mehr gegeben“), wollte er seinen Platz als Jugendchef nicht räumen. Weil die Jugendorganisation ein eigener Verein ist, sind auch der Mutterpartei die Hände gebunden. Wie die „Krone“ erfuhr, kündigen sich nun allerdings die ersten Schritte in Richtung „gesichtswahrender Abgang“ an.
Denn der erst 18-jährige Villacher Bezirksobmann Daniel Dörfler wurde mit sofortiger Wirkung als „geschäftsführender Landesobmann“ ernannt. Der entsprechende Beschluss sei bereits am 2. August einstimmig (!) im Landesvorstand gefallen, wie aus einem Schreiben hervorgeht, welches der „Krone“ vorliegt.
Neues Führungsduo oder baldige Ablöse?
Offiziell heißt es: „Gemäß unserer Satzung vertritt dieser bei Abwesenheit unseres gewählten Landesobmanns Viktor Erdesz oder auf dessen Auftrag diesen vollumfänglich“; mit seinem jungen Alter ergebe Dörfler „eine ausgewogene und zukunftsorientierte Balance“ zum 30-jährigen Erdesz. Übersetzung: Die blaue Karriere von Viktor Erdesz neigt sich dem Ende zu. Und es wäre ein Ausweg ohne Gesichtsverlust. Stattdessen könnte Dörfler schrittweise Aufgaben übernehmen, während sich der politisch längst isolierte Landesobmann zurückzieht.
Wie berichtet, bröckelte die Unterstützung für den in Ungnade gefallenen Jugendobmann ja bereits vor Wochen; nur sein engstes Umfeld wandte sich nicht vollständig von ihm ab. Seitens der jungen Freiheitlichen wird natürlich versucht, den Schein zu wahren. Im Schreiben wird die „gemeinsame weitere Zusammenarbeit“ und die Wichtigkeit der Mitglieder betont, die ein „wesentlicher Baustein“ seien.
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