US-Präsident Donald Trump sorgt einmal mehr mit einer eskalierenden Aussage für Aufsehen. Am Montag drohte er dem Oman mit einem Bombenangriff, sollte das Golf-Sultanat den USA bei ihren Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges „in die Quere kommen“. Dabei gilt ausgerechnet der Oman seit Jahren als wichtiger Vermittler zwischen Washington und Teheran.
„Wenn der Oman uns in die Quere kommt, werden wir sie in Grund und Boden bombardieren“, sagte Trump am Montag dem US-Sender Fox News. Es ist bereits das zweite Mal, dass der US-Präsident dem Oman mit einem Angriff droht.
Rät Iran zu „weißer Fahne der Kapitulation“
Trump steht zugleich unter Druck, den seit fast sechs Monaten andauernden Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite zu einem Ende zu bringen. Ein im Juni vereinbartes Zeitfenster für Verhandlungen lief am Montag ohne Durchbruch aus. Dennoch betonte Trump, er habe es nicht eilig, eine Einigung zu erzielen.
„Ich habe keinen Zeitplan. Ich habe es nicht eilig“, sagte der US-Präsident. Dem Iran riet er zugleich, die „weiße Fahne der Kapitulation“ zu hissen.
Abkommen mit 60-Tage-Frist
Trump hatte am 17. Juni am Rande des G7-Gipfels im französischen Versailles eine Vereinbarung mit dem Iran unterzeichnet. Diese sah eine Unterbrechung der Kampfhandlungen und ein maximal 60 Tage dauerndes Zeitfenster für Verhandlungen über eine umfassende Einigung vor. Dabei sollte es unter anderem um Sanktionserleichterungen, das iranische Atomprogramm und weitere Streitpunkte gehen. Eine Verlängerung war nur im gegenseitigen Einvernehmen möglich.
Ein Durchbruch blieb jedoch aus. Trump hatte zuletzt wiederholt erklärt, der Krieg werde „bald“ enden, und die Aussicht auf ein dauerhaftes Friedensabkommen betont – davon ist bislang aber nichts in Sicht.
Mittel gegen Iran bislang nur „Peanuts“
Im Interview mit Fox News wies Trump außerdem Sorgen zurück, wonach die militärischen Reserven der USA durch den monatelangen Krieg stark belastet sein könnten. Was die USA bislang gegen den Iran eingesetzt hätten, sei „Peanuts“, sagte er. Zugleich erklärte er, zahlreiche modernere Waffen, darunter Luftabwehrsysteme, seien bereits unter seinem Vorgänger Joe Biden an die Ukraine „verschenkt“ worden.
Auf seinem Netzwerk Truth Social bekräftigte Trump unterdessen seine zentrale Forderung: „Das wichtigste Ziel ist und wird immer sein, dass der Iran unter keinen Umständen und in keiner Form eine Atomwaffe haben kann.“
Streit um Straße von Hormuz
Im Mittelpunkt des Konflikts steht auch die Straße von Hormuz. Durch die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran im Norden und dem Oman im Süden wird üblicherweise etwa ein Fünftel des weltweiten Seeölhandels transportiert. Seit Beginn des Krieges im Februar ist die wichtige Handelsroute praktisch geschlossen.
Oman und Iran verhandeln darüber, wie die Schifffahrt durch die Meerenge künftig geregelt werden soll. Eine Einigung wurde bislang nicht bekannt gegeben. Nach Angaben des omanischen Staates verliefen die Gespräche konstruktiv.
Oman wurde bereits von Iran angegriffen
Gerade Oman kommt dabei eine besondere Rolle zu: Das Land ist seit Jahrzehnten militärisch und wirtschaftlich eng mit den USA verbunden, gilt zugleich aber als wichtiger Vermittler zwischen Washington und Teheran. Der Golfstaat mit rund 5,3 Millionen Einwohnern ist zudem selbst vom Konflikt betroffen und wurde vom Iran angegriffen.
Trump hatte bereits im Mai mit einer Drohung gegen den Oman für Aufsehen gesorgt. Damals drohte er, das Land „in die Luft zu jagen“, sollte es sich nicht „benehmen“. Am Freitag hatte Trump zudem angedroht, die Straße von Hormuz zum „Territorium der Vereinigten Staaten“ zu erklären.
Teheran reagierte am Montag trotz der neuen Trump-Drohung mit dem Hinweis, die Gespräche mit Oman würden „ernsthaft fortgesetzt“. Gleichzeitig droht der Iran mit einer weiteren Verschärfung der Lage in der Straße von Hormuz und der gesamten Region.
Trump bestätigt geheimen Kommunikationskanal
Trump bestätigte unterdessen erstmals, dass Washington einen direkten geheimen Kommunikationskanal zur iranischen Revolutionsgarde (IRGC) aufgebaut habe. Die Führung der Revolutionsgarde bezeichnete er als „gute Pokerspieler, aber sie sterben“.
Die jüngsten Drohungen verschärfen damit den ohnehin angespannten Streit um die Zukunft der Straße von Hormuz und die Bemühungen um ein Ende des Krieges.
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