Hitze und kein Regen

Historische Dürre: Noch nie war Land so trocken!

Österreich
17.08.2026 10:04
Porträt von krone.at
Von krone.at

Österreich erlebt derzeit eine historische Dürre. Seit einem Jahr fehlen gewaltige Mengen Niederschlag – im Osten des Landes hat es an manchen Orten wochenlang überhaupt nicht geregnet. Und Besserung ist vorerst nicht in Sicht ...

Nicht nur die beiden Hitzewellen dieses Sommers mit Temperaturen bis 41,2 Grad setzen Österreich zu. Auch beim Niederschlag jagt 2026 einen Negativrekord nach dem anderen. „Die vergangenen zwölf Monate werden als die trockensten seit Messbeginn im Jahr 1850 in die Geschichte eingehen“, bilanziert Klimaforscher Klaus Haslinger von der GeoSphere Austria.

Niederschlagsdefizit seit Februar
Besonders dramatisch ist die Lage im Osten: Seit 23. Februar herrscht in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nahezu durchgehend ein Niederschlagsdefizit. Vom 23. Februar bis 9. August fielen nur 210,9 statt der üblichen 405 Millimeter Regen. „Das ist die niederschlagsärmste vergleichbare Periode seit zumindest 1961.“

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Die vergangenen zwölf Monate werden als die trockensten seit Messbeginn im Jahr 1850 in die Geschichte eingehen.

Klimaforscher Klaus Haslinger von der GeoSphere Austria

Im Osten bleibt der Regen aus
In Poysdorf im nördlichen Weinviertel hat es seit 8. Juli überhaupt nicht mehr geregnet. Auch andere Messstellen melden historische Tiefstwerte. In Wiener Neustadt waren Februar bis Juli mit nur 170 Millimetern die trockensten Monate seit Messbeginn 1857. In Krems wurden 177 Millimeter registriert – ebenfalls ein neuer Tiefstwert.

Bundesweit fehlt Regen, besonders stark in Niederösterreich mit einem Defizit von minus 43 Prozent. Oberösterreich liegt bei minus 42, Wien und das Burgenland bei jeweils minus 39 Prozent.

Hitze verschärft die Situation
Zum fehlenden Regen kommt die Hitze. In Ostösterreich wurden zwischen 23. Februar und 9. August im Flächenmittel 26 Hitzetage mit mindestens 30 Grad gezählt – Rekord seit zumindest 1961. „Der Niederschlag ist aber nur eine Komponente, die den Wasserhaushalt steuert, die zweite ist die Verdunstung“, betont Haslinger.

„Je wärmer die Atmosphäre, desto mehr vermag sie dem Boden Feuchtigkeit zu entziehen. Man spricht hier von der potenziellen Verdunstung, also dem ‘Durst der Atmosphäre‘.“

Wie extrem die Lage ist, zeigt der sogenannte SPEI, der Niederschlag und Verdunstung berücksichtigt. Im Juli fiel der Wert für die vergangenen zwölf Monate unter minus 4. „Im Juli 2026 ist der SPEI für die vergangenen zwölf Monate unter minus 4 gefallen. Das ist beispiellos in der gesamten Messgeschichte und stellt damit auch bisherige Extremjahre in den Schatten“, sagt Haslinger.

Keine schnelle Entspannung
Auf Regen als schnelle Rettung kann Österreich vorerst nicht hoffen. „Das vorhandene Niederschlagsdefizit könnten selbst durchschnittliche Niederschläge nicht so schnell beheben“, erklärt Klaus Haslinger.

Erst ab Oktober deuten die Langfristprognosen auf etwas feuchteres Wetter hin. Allerdings warnt Haslinger: „Ab Oktober deuten die Langfristprognosen etwas feuchtere Witterung an, allerdings sind Prognosen im Alpenraum grundsätzlich sehr unsicher, wenn es über einen Vorhersagehorizont von einem Monat hinausgeht.“

Damit könnte 2026 als das trockenste Jahr der österreichischen Messgeschichte in Erinnerung bleiben. Haslinger fasst die außergewöhnliche Entwicklung so zusammen: „Ein Zustand, der sich seit dem Hochwasser 2024 zunehmend aufgebaut hat. Die weitere Konsequenz aus dem sehr trockenen Frühling und Sommer inklusive Hitzewellen ist der historische Tiefstwert mit Stand Juli 2026.“

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