Während in der Politik noch gegrübelt wird über die richtige Unterstützung der Bauern in der Dürre, wissen viele in der Landwirtschaft genau, wie sie unterstützt werden können.
Kein Futtermais, kein frisches Heu – dazu dutzende Kühe und Schweine, die diesen Winter nicht genug zu fressen bekommen könnten. Auf Josef Handls Maisfelder in Wieselburg sind keine Kolben gewachsen, weil die Dürre das Wachstum gestoppt hat. „Und es geht nicht nur um mich – die Situation ist im ganzen Land katastrophal“, sagt er auch als Kammermitglied der Unabhängigen Bauern in Niederösterreich (UBV). Viele Bauern fühlen sich von der Politik komplett im Stich gelassen. „Die rechnen sich das irgendwie durch, ohne je auf einem Feld gestanden zu sein“, ärgert sich Handl.
Er gibt ein Beispiel: Mit einem Hektar Mais mache er normalerweise 2000 Euro Gewinn. Wird das zu Hundert Prozent entschädigt, bleiben dennoch Minusbeträge. „Arbeitszeit, Maschinen, Sozialversicherung – all das müssen wir nach wir vor zahlen“. Und selbst wenn der nie gewachsene Mais bezahlt wird – Futter fehlt dennoch an allen Ecken und Enden. Handl habe daher – die „Krone“ berichtete – einige Tiere schon frühzeitig zum Schlachter gebracht.
Sozialversicherung aussetzen
„Wir wollen zwei Quartale bei der Sozialversicherung aussetzen, einen Erlass der Grundsteuer für Grünflächen und vor allem nicht auch noch EU-Sanktionen zahlen“, sagt Handl zum bisher „dürren“ Angebot der Politik. Damit der wenige Mais, der überhaupt gewachsen ist, ernten viele Bauern im Mostviertel jetzt schon, viele Wochen zu früh. Wie schwierig es im Winter wird, könne man jetzt noch nicht sagen. Fest steht: „Wenn noch so ein trockener Frühling und Sommer kommt im nächsten Jahr, dann haben wir wirklich ein Problem“.
Wunsch nach weniger EU-Sanktionen
Weiters wünscht man sich einen Bürokratie-Abbau und wieder mehr rechtlichen Spielraum, um künftig zumindest schneller auf die Folgen der Dürre reagieren zu können. Besonders ärgerlich: obwohl momentan ein Überangebot an heimischen Schlachttieren da wäre, importiere man in Österreich auch jetzt billigere Ware aus dem Ausland. „Hier schafft nicht nur die Hitze, sondern vor allem die EU unsere heimische Landwirtschaft ab“, sagt Handl.
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