„Konnte kaum sprechen“

Vertraute packt über Lagerfelds Krebskampf aus

Society International
02.10.2026 10:10

30 Jahre lang war Virginie Viard die engste Vertraute von Karl Lagerfeld. Jetzt hat die 64-Jährige ein spektakuläres Buch geschrieben und packt darin nicht nur über ihre Zeit an der Seite des Modezaren aus, sondern enthüllt auch schockierende Details über dessen geheimen Krebskampf!

Viards gerade in Frankreich erschienenen Memoiren „Un regard. Une vie chez Chanel“ („Ein Blick. Ein Leben bei Chanel“) sorgen gerade für Aufsehen. Der Grund: Eigentlich galt die 64-Jährige über Jahrzehnte als eine der verschlossensten Personen des Modezirkus. 

„Karl redete alles schön“
Gleichzeitig galt sie als die engste Vertraute von Karl Lagerfeld, der Viard einmal als seine „rechte und linke Hand“ beschrieb. Und erklärte: „Wenn ich sie verliere, bin ich gelähmt.“ Weshalb sie auch einige der wenigen Menschen war, die wusste, dass Karl Lagerfeld seit 2015 heimlich gegen den Prostatakrebs kämpfte.

Karl Lagerfeld mit Virginie Viard am Chanel-Laufsteg im Oktober 2018
Karl Lagerfeld mit Virginie Viard am Chanel-Laufsteg im Oktober 2018(Bild: APA/AFP/Bertrand GUAY)

In ihrem Buch schreibt Viard laut „Bild“-Zeitung nun, wie der Modezar seine schwere Erkrankung vor der Öffentlichkeit zu verstecken versuchte. „Karl redete alles schön. So hatte er zuerst einen Gehstock und fragte: ,Ist der nicht todschick?‘“ 

Ein anderes Mal habe er einen Wutanfall bekommen, weil er drei Etagen in einem alten Stadthaus am Rande des Croisière-Défilé in Havanna hochsteigen musste. „Na ja, nur weil mir die Füße wehtun“, habe er seine Probleme heruntergespielt. Und am nächsten Tag mit Muse Vanessa Paradis getanzt.

Lagerfeld immer öfter im Spital
Doch der Kampf gegen den Krebs wurde immer kräfteraubender. Immer wieder habe Lagerfeld ins Spital müssen. Beklagt habe er sich nie, im Gegenteil! Einmal habe er Viard aus dem Hôpital Américain in Paris angerufen und erklärt: „Ma chérie, mein Schätzchen! Nur Wassereinlagerungen. Aber ein Zimmer: eine Fünf-Sterne-Hotelsuite. Toll!“ 

Auch über sein Krankenhausbett, das am Ende in seiner Pariser Penthouse-Wohnung stand, sprach Lagerfeld laut Viard als „das bequemste, das ich jemals hatte“. 

Lagerfeld kam „im Rollstuhl“
Im Jänner 2019 fand schließlich die allererste Chanel-Schau seiner Karriere ohne Lagerfeld statt. Damals war der Modezar vom Krebs schon schwer angeschlagen, dennoch schleppte er sich noch eine Woche vor der Fashion Show ins Atelier. „Karl kam sehr spät, in einem Rollstuhl“, erinnert sich Viard an diesen Tag zurück. „Er konnte kaum sprechen, war erschöpft. Wir mussten ihm fast seine Kamera halten. Er war sehr tapfer. Wir waren alle erschüttert.“

Zitat Icon

Karl kam sehr spät, in einem Rollstuhl. Er konnte kaum sprechen, war erschöpft.

Virginie Viard über Karl Lagerfeld

Wie Viard schildert, habe selbst Lagerfelds geliebte Katze „Choupette“ gespürt, wie schlecht es ihrem Herrchen ging, und sich geweigert, zu dem Designer aufs Bett zu springen. „Tiere spüren, was wir uns weigern zu sehen.“

Viard übernahm von Lagerfeld
Karl Lagerfeld starb am 19. Februar 2019 – mit seinem Team an seiner Seite. Wie Viard verrät, verabschiedete sie sich später im Krematorium am offenen Sarg von Lagerfeld. „Er sah wieder großartig aus“, schildert sie. „Majestätisch!“

Nach dem Tod von Karl Lagerfeld übernahm Viard die künstlerische Leitung bei Chanel – mit Erfolg. Und dennoch: 2024 kam das überraschende Aus. Viard erinnert sich an ein Mittagessen mit Chanel-Miteigentümer Alain Wertheimer. Die knappe Ansage: „Wir machen hier Schluss.“

Ein Schock, nachdem sie in ein tiefes Loch gefallen sei, so Viard. Weshalb sie ihre Abschiedsshow im Juni schließlich auch aus Stolz schwänzte.

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