Wissenschafter beobachten die Entwicklung mit Sorge: Seit 1991 steigt die Wassertemperatur heimischer Flüsse, auch große Gewässer wie Mur oder Enns sind immer stärker betroffen. Für die Unterwasserwelt wird dies zunehmend zum Problem.
Was für den Menschen kaum spürbar ist, kann für die Tierwelt unter Wasser den entscheidenden Unterschied machen. „Die höheren Temperaturen sind nicht an sich das Problem. Aber mit jedem Zehntelgrad mehr nimmt der Sauerstoffgehalt im Wasser ab – darunter leiden dann vor allem Salmoniden, also etwa Forellen oder Äschen“, ist Steven Weiss, Biologe an der Uni Graz, in Sorge.
An der Mürz ist die durchschnittliche Wassertemperatur um rund 1,5 Grad gestiegen, an der Raab sogar um 2,8 Grad.

Robert Schatzl, Leiter des Referats Hydrografie im Land Stmk.
Bild: Erwin Scheriau
„Kontinuierlicher Anstieg“
Denn nicht nur die Luft erwärmt sich in der Steiermark sukzessive, sondern auch die großen Flüsse heizen sich immer stärker auf. Das belegt eine aktuelle Messdaten-Auswertung des Landes Steiermark: „Es ist klar zu erkennen, dass es in den letzten gut 30 Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Temperaturen an allen Gewässern gab“, sagt Robert Schatzl, Leiter des Referats Hydrografie in der Abteilung 14.
Konkret hat die durchschnittliche Wassertemperatur zwischen 1991 und 2025 in der Mürz um 1,5 Grad zugelegt. An der Mur waren es 1,8 Grad, an der Raab sogar 2,8 Grad (siehe auch Grafik oben).
Die Daten zeigen dabei keinen völlig gleichmäßigen Verlauf: „Zwischen 1995 und 2000 gingen die Temperaturen kurzfristig zurück, danach setzte sich der Anstieg wieder fort“, berichtet Schatzl.
Auch Muscheln und Krebstiere betroffen
Besonders problematisch ist die Situation aktuell im Oberlauf der Traun. Dort speisen die Ausläufer der (aufgeheizten) Seen den Fluss mit Wasser. Gerade erst wurden hier 30 Grad an der Oberfläche gemessen – ein absoluter Rekordwert.
Fischsterben befürchtet
„Der heurige Sommer beziehungsweise generell lange Hitzeperioden werden für die heimische Unterwasserwelt zu einem immer größeren Problem“, sagt Weiss. Im Extremfall könne es zu großen Fischsterben kommen, betroffen seien aber auch viele andere Lebewesen wie etwa Muscheln oder Krebstiere.“
Was den Fischen helfen kann, ist die Möglichkeit, den warmen Bereichen auszuweichen. „Je weniger Barrieren, desto besser“, sagt Weiss. „Denn nur wenn die Tiere ungehindert wandern können, erreichen sie kühlere Bereiche und geeignete Kiesplätze.“
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