Institut unter Druck

BFI: Kündigungen sind nicht ausgeschlossen

Burgenland
15.08.2026 09:00

Weniger Aufträge und sinkende Budgets in der Arbeitsmarktpolitik setzen Bildungsinstitut unter Druck.

Weniger Aufträge und sinkende Budgets hinterlassen auch beim BFI Burgenland Spuren. Erste Strukturen werden bereits verändert, von zwei bis drei Führungskräften hat man sich einvernehmlich getrennt. Im Norden wurde für Mitarbeiter vorsorglich das Frühwarnsystem aktiviert.

Weniger Aufträge im AMS-Bereich
Gerüchte, wonach das Bildungsinstitut finanziell ins Straucheln geraten sei, weist Geschäftsführer Jürgen Grandits zurück. „Davon sind wir weit entfernt.“ Grund für die Einschnitte seien vor allem weniger Aufträge im AMS-Bereich. Auch für die aktive Arbeitsmarktpolitik stehe weniger Geld zur Verfügung. Für das Burgenland rechnet Grandits mit einem Rückgang von zehn bis 15 Prozent.

Welche Auswirkungen das auf das BFI hat, hängt auch von mehreren Ausschreibungen in den kommenden Monaten ab. Im Norden beschäftigt das BFI derzeit 25 bis 30 Trainer. Für sie wurde vorsorglich das Frühwarnsystem aktiviert.

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Wir sind weit davon entfernt, dass man sagen könnte, das BFI strauchelt.

Geschäftsführer Jürgen Grandits

Vergabe der Lehrausbildung noch offen
Hintergrund ist unter anderem die noch offene Vergabe der überbetrieblichen Lehrausbildung in Eisenstadt und Neusiedl am See. Bislang wurden die 101 betroffenen Jugendlichen vom BFI ausgebildet. Ob das Institut bei der neuen Ausschreibung wieder mitbietet, soll sich in den kommenden Tagen entschiede. Grandits hält eine Bewerbung für wahrscheinlich, schließt aber andernfalls auch einen weitgehenden Rückzug des BFI aus dem Norden nicht aus.

Rückzug aus dem Nordburgenland möglich
Sollte man den Auftrag erneut erhalten, könnten vorsorglich ausgesprochene Kündigungen wieder zurückgenommen werden. Würde das BFI bei der Neuvergabe nicht zum Zug kommen, könnte das laut Grandits bis zu 400.000 Euro kosten. Denn bei Personal und angemieteten Räumlichkeiten müssen entsprechende Kündigungsfristen eingehalten werden.

Ein möglicher Rückzug aus dem Norden würde allerdings nicht das gesamte BFI betreffen. Ein Großteil der rund 140 Mitarbeiter ist im Süden beschäftigt, allein am Standort Großpetersdorf sind es laut Grandits 70 bis 80. Auch andere Bereiche wie die Pflegeausbildung laufen weiter. Insgesamt bildet das BFI Burgenland jährlich 4000 bis 5000 Menschen aus und erwirtschaftet einen Umsatz von 13 bis 14 Millionen Euro. Auch deshalb weist Grandits Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten zurück.

Die Eigenkapitalquote liege bei rund 40 Prozent. Notwendige Anpassungen könne man verkraften. „Wir sind weit davon entfernt, dass man sagen könnte, das BFI strauchelt.“

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