Unter unzumutbaren Bedingungen hielt ein Pensionist im Burgenland Haflinger, Ponys, Fohlen und Paarhufer auf seinem Anwesen. Jetzt wurden die Tiere aus ihrer misslichen Lage befreit und beschlagnahmt.
Den aufsehenerregenden Fall ins Rollen gebracht hat eine Anzeige. Der erschreckende Anblick von verwahrlosten Pferden, bis auf die Knochen abgemagert, und verfilzten Schafen mit wunden Klauen hat bei Tierfreunden Alarm ausgelöst. Beim behördlichen Lokalaugenschein auf dem weitläufigen Grundstück in Deutsch Kaltenbrunn im Bezirk Jennersdorf bot sich den Beamten ein Bild, das den ersten Verdacht bestätigte. Als Tränken waren alte Badewannen aufgestellt – nur eine ein wenig gefüllt, das Wasser total verschmutzt.
„Sah nicht nach Weide aus“
Jeden Tag gebe er seinen Pferden frisches Wasser und biete ihnen von 18 bis 20 Uhr Auslauf, hat der Besitzer – er ist in Pension – auf Nachfrage erklärt. Seinen Behauptungen konnten die Kontrolleure keinen Glauben schenken. Das Grundstück, das der Tierhalter als Weide bezeichnet, glich eher einem Lagerplatz mit Misthaufen, Brennholz und allerlei anderem Unrat. „Hier sah es nicht nach einer Weide aus. Nicht einmal ein Pferdeapfel war zu finden“, lautet das amtliche Urteil.
Tiere wurden versteckt
Auch von den völlig abgemagerten Pferden, auf die in der Anzeige hingewiesen wurde, fehlte (vorerst) jede Spur. Wie Anrainer beobachten konnten, hatte der Besitzer die armen Rösser am 12. August, einen Tag vor der offiziellen Kontrollvisite, abtransportiert. Die Polizei wurde fündig: Der Tierhalter hatte sechs Pferde – manche davon „extrem abgemagert und ausgezehrt“ – sowie fünf ängstliche Schafe, die kaum noch steh- und gehfähig waren, in einem kleinen Stall hinter seinem Haus versteckt.
Elf Pferde beschlagnahmt
Das Fazit der Behörde: Abgesehen von den fünf Paarhufern, mussten elf Pferde – darunter zwei Haflinger, Ponys und ein Fohlen-Hengst – beschlagnahmt werden. Kaum ein Ross hatte einen sogenannten Equidenpass, also ein in der EU gefordertes Identifizierungsdokument.
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