Per Sonder-Erlass

Frühere Mäherlaubnis für Wiesen unter Naturschutz

Innenpolitik
13.08.2026 05:00

Dürrekatastrophe schlägt Artenschutz: Landwirtschafts- und Klimaschutzminister Norbert Totschnig (ÖVP) ergreift eine erste Sofortmaßnahme zur Unterstützung der Landwirte. Naturschutzwiesen dürfen nun früher gemäht werden, um die so knappen Futtervorräte für Tiere wieder aufzufüllen. 

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahme. Das gilt in Zeiten der Trockenheit auch für all jene Wiesen, die aufgrund des Artenschutzes unter Naturschutz stehen und eigentlich erst zu späteren Zeitpunkten im Jahr gemäht werden dürfen. Heuer ist alles anders.

Die Sondergenehmigung
Weil aufgrund der hitzebedingt engen Versorgungslage aktuell in Österreich zirka 1000 Kühe pro Woche mehr verkauft werden und der Zukauf von Futter für die Landwirte immer teurer wird, sollen per Sondergenehmigung auch die Naturschutzwiesen früher als gewohnt unter den Mäher. Wie die „Krone“ erfuhr, erteilte Landwirtschafts- und Klimaschutzminister Norbert Totschnig (ÖVP) eine entsprechende Sondererlaubnis. „Für unsere Bäuerinnen und Bauern geht es jetzt um jeden Grashalm, damit sie ihre Tiere versorgen können. Wir schöpfen deshalb alle machbaren Möglichkeiten aus, um zusätzliches Futter verfügbar zu machen“, heißt es aus dem Ministerium.

Zitat Icon

Es ist eine Notsituation, es gilt rasch und der Situation angemessen zu handeln!

Minister Norbert Totschnig

Salzburg war dahinter
Den Stein mit ins Rollen gebracht hat Marlene Svazek (FPÖ), die in Salzburg stellvertretende Landeshauptfrau und für den Naturschutz zuständig ist. „Angesichts der Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit und ihrer Konsequenzen für die heimische Landwirtschaft sind alle politischen Verantwortungsebenen gefordert. Wir wollen daher ermöglichen, dass unter Vertragsnaturschutz stehende Streuwiesen in Salzburg ab sofort gemäht werden dürfen – unabhängig vom ursprünglichen Schnittzeitpunkt und ohne Verlust der finanziellen Prämie“, meinte sie – und leistete in Salzburg gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer bereits entsprechende Vorarbeiten. Gefehlt hat bis Mittwoch einzig der entsprechende Erlass von Norbert Totschnig.

Das Warten geht weiter
Indes gingen die Verhandlungen um Hitze-Hilfen gestern ohne Ergebnis weiter. Aus der ÖVP heißt es dazu in Richtung SPÖ nur: „Die Dürre von heute ist die Inflation von morgen.“

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