Turbinen abgeschaltet

Dürre: Geografie kommt Wasserkraftwerken zugute

Wirtschaft
12.08.2026 15:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Dürre macht der österreichischen Wasserkraft weiterhin zu schaffen. So brach die Wasserführung an der Donau etwa auf ein Drittel ein. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten liege die Ausbeute in der Stromerzeugung aber noch bei zwei Dritteln, teilte der teilstaatliche Energiekonzern Verbund mit.

Bestimmend für die Erzeugung sei nämlich vor allem die Fallhöhe des Wassers, nicht so sehr die Wassermenge, sagte ein Verbund-Sprecher. Hier sei die österreichische Geografie von Vorteil: Die Höhendifferenz zwischen Passau in Deutschland und Wien liegt bei 170 Metern auf 290 Kilometer Strecke. Zwischen Wien und der Donau-Mündung ins Schwarze Meer liegen ebenfalls 170 Meter Höhendifferenz, allerdings auf fast 2000 Stromkilometern. Östlich von Bratislava sei die Donau so flach, dass eine Kraftwerksnutzung praktisch nicht möglich sei. Eine Ausnahme sei das Schluchtenkraftwerk „Eisernes Tor“ zwischen Serbien und Rumänien.

„Die Donau ist in Österreich praktisch ein Gebirgsfluss“, teilte der Verbund mit. Auch die geringe Wassermenge hat mehr Fallhöhe zur Folge. Der Wasserstand unterhalb eines Kraftwerks sinkt unter das normale Niveau, wodurch der Höhenunterschied bei der Kraftwerkskante steigt und die Energieausbeute relativ größer wird.

So viel Strom haben die Verbund-Lauftkraftwerke in den vergangenen Jahren produziert:

Das Liniendiagramm zeigt die Stromerzeugung aus Wasserkraft bei Verbund-Laufkraftwerken von 2021 bis 2026 im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Im ersten Halbjahr 2026 liegt der Wert mit 0,68 deutlich unter dem langjährigen Schnitt von 1. Es wird ein langjähriges Minimum seit 1926 erreicht. Quelle: Verbund.
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Schwerpunkt verlagert sich auf Winter
Erkennbar ist die Trockenheit beim Kraftwerk Greifenstein beispielsweise daran, dass derzeit weniger Turbinen laufen. Die vorhandene Wassermenge wird auf wenige oder einzelne Turbinen zusammengeleitet, während die übrigen Maschinen abgeschaltet werden. Die Stromerzeugung in Greifenstein (Niederösterreich) liegt aktuell bei rund 66 Prozent des Werts, der sonst für die Jahreszeit üblich ist.

Bei seinen Pumpspeichern verzeichnet der Verbund die jahreszeitüblichen Schwankungen. Sie werden nun langsam gefüllt, unter anderem mithilfe von überschüssigem Strom aus Photovoltaik und Wind. Seit Jahren ist laut dem Unternehmen der Trend zu beobachten, dass immer weniger Schnee und mehr Regen fällt. Der Schwerpunkt der Erzeugung von Wasserkraft verlagere sich daher vom Sommer in den Winter, hieß es. Das sei aber grundsätzlich nicht schlecht, da im Sommer zunehmend mehr Strom aus Photovoltaik und Windkraft zur Verfügung stehe.

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