Nach CL-Debakel

Trainer tritt zurück! Chaos bei Arnautovic-Klub

Fußball International
12.08.2026 15:05
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Keine Champions League und der Trainer ist weg: Bei Roter Stern Belgrad, dem Verein von ÖFB-Star Marko Arnautović, herrscht Chaos.

Gegen Hapoel Be’er Scheva erlebte der serbische Meister ein bitteres Debakel. Schon das Hinspiel in der CL-Quali hatte Roter Stern mit 0:1 verloren. Wer auf die große Wende vor heimischer Kulisse gehofft hatte, wurde am Dienstag enttäuscht. Auch im Rückspiel setzte es eine Niederlage, diesmal mit 0:2. Der Traum von der Königsklasse war damit endgültig ausgeträumt. Besonders bitter: Bereits im Vorjahr hatte für Roter Stern die Champions-League-Qualifikation vorzeitig geendet.

Auch für ÖFB-Rekordtorschütze Arnautovic ist das Aus ein herber Rückschlag. Der mittlerweile 37-Jährige war im vergangenen Sommer mit großen Erwartungen nach Belgrad gekommen. Seine enorme internationale Erfahrung sollte dem serbischen Traditionsklub vor allem auf dem Weg zurück in die Champions League helfen. Daraus wird vorerst nichts. Statt europäischer Königsklasse wartet auf Arnautovic und seinen neuen Klub nun Krisenbewältigung.

Trainer Stankovic geht
Trainer Dejan Stankovic wartete damit nicht lange. Noch in der Nacht auf Mittwoch verabschiedete sich die Klublegende in der Kabine von seiner Mannschaft und erklärte seinen unwiderruflichen Rücktritt. Roter Stern machte die Trennung am Mittwoch schließlich auch offiziell. Damit wiederholt sich für den 47-Jährigen die Geschichte. Schon seine erste Amtszeit bei Roter Stern war 2022 nach einem Aus in der Champions-League-Qualifikation zu Ende gegangen. Damals war Maccabi Haifa zur Endstation geworden. Erst im vergangenen Dezember kehrte Stankovic auf die Trainerbank seines Herzensklubs zurück. Während der Partie sah Stankovic die Rote Karte. Als er anschließend den Platz verlassen musste, begleiteten ihn Pfiffe der eigenen Anhänger. Doch der Ärger der Fans richtete sich längst nicht mehr nur gegen den Trainer: Von den Tribünen wurden lautstark Konsequenzen innerhalb der Klubführung gefordert.

„Keine schlechtere Vorstellung gesehen“
Die sportliche Blamage könnte deshalb auch abseits der Trainerbank Folgen haben. Nach einer einberufenen Dringlichkeitssitzung kündigte Roter Sterns Klub-Boss Zvezdan Terzic für Dezember Neuwahlen der Klubführung an. Bemerkenswert: Erst im Mai war die aktuelle Führung für weitere vier Jahre gewählt worden. Für den Zorn der Anhänger zeigte Terzic nach dem Debakel sogar Verständnis. „Wenn ich gestern auf der Westtribüne gesessen hätte, hätte ich mich ebenfalls umgedreht und ‘Vorstand raus!‘ gerufen“, erklärte er.

Mit seiner Kritik an der Vorstellung der Mannschaft hielt sich der Klub-Boss ebenfalls nicht zurück. Seit seinem ersten Stadionbesuch im Jahr 1977 habe er „keine schlechtere Vorstellung von Zvezda gesehen“.

Mehrere Namen auf der Liste
Während im Klub die Aufarbeitung läuft, drängt bereits die nächste wichtige Entscheidung. Bis Freitag will Roter Stern bekannt geben, wer künftig an der Seitenlinie stehen und Arnautovic und Co. aus der Krise führen soll. An Namen mangelt es jedenfalls nicht. Serbische Medien bringen Aleksandar Kolarov, Albert Riera und den früheren Liverpool- und Real-Madrid-Trainer Rafael Benitez als mögliche Stankovic-Nachfolger ins Spiel.

Lange einarbeiten kann sich der neue Coach allerdings nicht. Zwar ist die Champions League weg, die Europacup-Saison aber noch nicht: Roter Stern rutscht in die Qualifikation zur Europa League und trifft dort im Play-off auf Viktoria Pilsen. Für Arnautovic und Co. geht es damit schon bald um die nächste europäische Chance.

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