Experten überzeugt:

Versicherungen für Bauern werden wohl ansteigen

Wirtschaft
12.08.2026 14:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Rekordschäden in der Landwirtschaft werden sich auch auf die Versicherungen der Landwirte auswirken: Angesichts „sich häufender Extremwetterereignisse und steigender Schäden durch Trockenheit“ sei mit einer Erhöhung der Prämien zu rechnen, erklärte Wifo-Ökonom Thomas Url. 

Eine Erhöhung der Tarife müsse dabei noch nicht im nächsten Jahr passieren, aber langfristig müsse man davon ausgehen, erklärte der Versicherungsexperte. Aus Sicht der Versicherungen sei extreme Trockenheit im Vergleich zu anderen Risiken wie Hagel wirtschaftlich besonders belastend, da diese eine höhere Zahl an landwirtschaftlichen Betrieben treffe und damit großflächigeren Schaden anrichte. 

Hagel finanziell besser kompensierbar
Das zeige sich besonders stark in der jetzigen Krise, die fast ganz Mitteleuropa im Griff habe, so Url. Hagel ziehe demgegenüber in der Regel zwar eine „Schneise der Verwüstung“ nach sich, der Einschlag erfolge aber punktueller und sei daher finanziell besser kompensierbar.

Alle landwirtschaftlichen Kulturen sind von der Dürre betroffen.
Alle landwirtschaftlichen Kulturen sind von der Dürre betroffen.(Bild: P. Huber)

Grundsätzlich tragen Versicherungsunternehmen wie die Österreichische Hagelversicherung der breiten Wirkung von Dürre insofern Rechnung, als sie das dadurch ausgelöste finanzielle Risiko auf größere Rückversicherungsgesellschaften abwälzen. Diese sind als global orientierte Akteure besser in der Lage, das Risiko zu streuen. Andererseits erhöht die Klimaerwärmung auch die Eintrittswahrscheinlichkeit und Intensität von Dürren und anderen Naturkatastrophen weltweit.

Das bedeutet: Neben den wahrscheinlich höheren Schäden durch die Dürre selbst, die bis zu einem gewissen Grad durch höhere Prämien kompensiert werden müssten, dürften auch die Gebühren steigen, die Rückversicherungsgesellschaften den Erstversicherern verrechnen. Und auch das könnte sich letztlich auf die Prämien für die Bauern und den Staat niederschlagen, der diese bezuschusst.

Wifo-Ökonom gegen Versicherungspflicht
Einer Versicherungspflicht gegen Dürreschäden kann Url trotz der von Klimaforschern erwarteten Zunahme von Dürreereignissen wenig abgewinnen. Eine solche hätte zwar zur Folge, dass sich die Zahl der Versicherten erhöht und theoretisch die Beiträge für die einzelnen Betriebe geringer ausfielen. Aus Sicht des Experten würden damit aber falsche Anreize gesetzt, etwa was die Anpassung an den Klimawandel durch geänderte Fruchtfolge und den Einsatz hitzeresistenter Pflanzen betrifft. 

Diskussion kommt für Hagelversicherung verfrüht
Für die Hagelversicherung, die hierzulande Versicherungsschutz gegen Dürre anbietet, kommt die Diskussion über höhere Prämien noch zu früh. „Unser Ziel ist natürlich, die Kosten niedrig zu halten“, so eine Sprecherin Damit befasse man sich aber nicht jetzt, wo Feuer am Dach sei. Ähnlich äußerte sich das ÖVP-geführte Landwirtschaftsministerium: „Eine seriöse Einschätzung über deren künftige Entwicklung (die Prämienentwicklung, Anm.) ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.“ Das österreichische Modell inklusive Prämienförderung sei aber eine zentrale Säule zur Absicherung der Betriebe.

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