Ablenkungsmanöver?

Leipzig: Explosion nahe Flughafen vor Drohnenfund

Ausland
12.08.2026 15:44

Womöglich haben deutsche Ermittler weitere Puzzlestücke aufgespürt, die zur Klärung der Urheberschaft des Drohnen-Anschlags auf ein ukrainisches Frachtflugzeug am Flughafen Leipzig-Halle dienen könnten. Denn kurz vor dem Auftauchen des mit Sprengstoff versehenen Quadrocopters hatte sich in einem Geisterdorf in der Nähe des Airports eine Explosion ereignet.

In dem sonst verlassenen Ort Kursdorf halten sich lediglich noch ein paar Firmen und eine Post-Außenstelle. Ein Angestellter eines der Unternehmen könnte nun einen entscheidenden Hinweis für die Ermittler gebracht haben. Dieser Arbeiter schilderte nämlich gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“, dass er an jenem Abend, als Stunden später die Sprengdrohne von einem Busfahrer am Airport Leipzig-Halle entdeckt worden war, einen ungewöhnlichen Knall in Kursdorf wahrgenommen habe. Kurz darauf schlug die Drohne mit dem Sprengstoff Semtex und einer Zündvorrichtung in die Tragfläche einer ukrainischen Antonow-Maschine ein.

Die Drohne, die von einem Busfahrer auf dem Rollfeld gefunden wurde, war Stunden zuvor in die ...
Die Drohne, die von einem Busfahrer auf dem Rollfeld gefunden wurde, war Stunden zuvor in die Tragfläche des ukrainischen Frachtflugzeugs eingeschlagen.(Bild: EPA/FILIP SINGER)

Wie durch ein Wunder ging die explosive Ladung der Drohne nicht hoch, das Fluggerät wurde Stunden später von einem Busfahrer entdeckt und den Behörden gemeldet. Wäre die Drohne dort explodiert, hätte es ein Inferno gegeben“, zitierte die „Bild“ einen Ermittlungsbeamten. In dem aktuellen Fall hatte sich die Bundesregierung bisher nur sehr zurückhaltend zu einer russischen Urheberschaft geäußert. Dafür spricht unter anderem, dass Frachtmaschinen von Leipzig aus regelmäßig militärische Ausrüstung für die Ukraine transportieren.

Explosionsrückstände und Antenne gefunden
Der Meldung aus Kursdorf ging die Polizei natürlich nach und fand offenbar auch vor Ort Rückstände einer Explosion. In der Nähe der Spuren wurde laut „Die Zeit“ eine Antenne und „eine Art Relaisstation“, die als Signalverstärker genutzt worden sein könnte. Das Medium spekuliert damit, dass die Explosion womöglich ein Ablenkungsmanöver war. Ein Zusammenhang zwischen den Vorgängen am Flughafen und der Explosion in Kursdorf ist aber noch nicht belegt.

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