Während der lange erhoffte Regen weiterhin auf sich warten lässt, steigert sich die Hitze in der kommenden Woche erneut. Dabei macht sich die Dürre bereits jetzt schon auch in der Energieproduktion dramatisch bemerkbar. Leonhard Schütter, Vorstandsvorsitzender der Energie AG Oberösterreich, spricht vom „schlechtesten Jahr der Unternehmensgeschichte“. Das sind keine guten Vorzeichen angesichts des immer größer werdenden Energiebedarfs in Österreich.
„Wir befinden uns mitten in einer klimatischen Zeitenwende“, erklärte Schitter am Sonntag in der „Zeit im Bild 2“. Solche Dürreperioden werden auch seiner Ansicht nach zur neuen Normalität. Und auf diese Bedingungen müsse sich eben die Energiewirtschaft in Österreich einstellen. Dringend benötigt werde eine Modernisierung der Wasserkraftanlagen. Schließlich erzeugen diese derzeit zwei Drittel der rot-weiß-roten erneuerbaren Energie.
Noch sei die Energieversorgung zu „100 Prozent“ sicher, betonte der Experte. Doch in den kommenden Jahren werde sich das ändern. Neben den steigenden Temperaturen führen auch die E-Mobilität, Klimaanlagen und neu entstehende Rechenzentren im Zusammenhang mit der Künstlichen Intelligenz zu einem viel höheren Strombedarf.
Stromverbrauch wird sich bis 2040 verdoppeln
Schitter geht davon aus, dass sich der Stromverbrauch in Österreich bis 2040 verdoppeln wird. „Das heißt, dass wir bis 2040 jene Strommenge zubauen müssen, die wir in den vergangenen 140 Jahren gebaut haben, als das erste Kraftwerk ans Netz ging. Und wir haben bis 2040 nur 15 Jahre“, wies Schitter auf die enorme Aufgabe, die vor Österreich liegt. Dennoch ist er zuversichtlich, die Energiewende zu schaffen - auch mithilfe der Windkraft und der Photovoltaik. Unter anderem, weil der technologische Fortschritt in den vergangenen Jahren zu einer Vervielfachung der Energieproduktion geführt habe. „Da geht schon etwas weiter. Aber wir müssen diesen Ausbau-Turbo aufrechterhalten“, gab Schitter die Marschrichtung vor.
Die zuletzt beschlossenen Energiegesetze, die man „schon früher gebraucht hätte“, lobte der Energie-AG-Chef im Gespräch mit Moderator Armin Wolf. Die Gesetze müssen aber laut Schitter dann auch noch durch einen „Reality Check“, in welchem die Behörden beweisen müssten, dass sie diese Verfahren „durchziehen“. Dazu benötige man auch zusätzliches Personal. Dieses gehöre aufgestockt, so Schitter.
„Commitment“ von Politik und Bevölkerung notwendig
Der Manager des drittgrößten Energieversorgers in Österreich appellierte auch an die Bevölkerung, gemeinsam mit der Politik Ja zu sagen zum Ausbau der Erneuerbaren. Dieses „Commitment“ solle auch dann Bestand haben, wenn es wieder regnet und die „Hitzebilder in Vergessenheit“ geraten seien.
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