Er will nicht zurück
Vermisstes Kind nach sechs Jahren aufgetaucht
Der kleine Jean-Black war im Juni 2000 im Alter von neun Jahren spurlos aus München verschwunden. "Er ist auf jeden Fall wohlauf", sagte ein Polizeisprecher. Sein Vater, der mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, hatte das Verschwinden des Sohnes zunächst nicht gemeldet, die Polizei erfuhr erst im Dezember 2001 von dem mysteriösen Fall. Damals erzählte der Vater den Beamten, er habe seinen Sohn nach einer Festnahme durch die Polizei allein in einem Schnellimbiss zurückgelassen.
Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand soll das Kind im Juni 2000 in Begleitung eines Unbekannten mit dem Zug in Den Haag angekommen sein, sagte der Polizeisprecher. Dort sei er von der niederländischen Polizei aufgegriffen und an eine Jugendfürsorgeeinrichtung vermittelt worden. Wer den Jungen in die Niederlande brachte, ist ungeklärt.
Bei dem Treffen mit seinen Eltern sagte der 15-Jährige, dass er lieber in den Niederlanden bleiben wolle. "Dort hat er sein Umfeld und seine Bekannten", sagte der Polizeisprecher. "Er will nicht zurück zu seinen Eltern."
Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden tauchen in der Regel 99 Prozent der in Deutschland vermissten Kinder wieder auf, meist aber schon nach kurzer Zeit. In der Mehrzahl der Fälle steckten Elternteile hinter dem Verschwinden der Kinder, sagte eine BKA- Sprecherin am Donnerstag. Oft lägen dabei Sorgerechtsstreitigkeiten vor und Vater und Mutter stammten aus unterschiedlichen Kulturkreisen.
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