Wichtiger Trauertag
31 Tote in Pakistan und Afghanistan
Besonders in Pakistan kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen radikalen Sunniten und Angehörigen der schiitischen Minderheit. Der pakistanische Innenminister Aftab Ahmed Khan Sherpao sagte, auch der jüngste Anschlag im Ort Hangu sei religiös motiviert gewesen. Man untersuche, ob es sich um Sprengsätze von Selbstmordattentätern oder um Zeitbomben gehandelt habe. Augenzeugen sagten, die Sprengsätze seien explodiert, als die Prozession den Marktplatz in Hangu rund 250 Kilometer westlich der Hauptstadt Islamabad erreicht hatte.
Nach dem Anschlag kam es zu Ausschreitungen. Wütende Demonstranten blockierten eine Straße nach Hangu und feuerten auf einen Bus. Ein Armeesprecher sagte, drei Männer und eine Frau seien getötet und zwei weitere Menschen durch Schüsse verletzt worden. Randalierer steckten in Hangu mehrere Geschäfte in Brand. Sunnitische und schiitische Prediger riefen die Menge über Moschee-Lautsprecher dazu auf, Ruhe zu bewahren. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre über Hangu. Innenminister Sherpao sagte, zusätzliche Soldaten seien nach Hangu verlegt worden. "Die Situation ist angespannt, aber unter Kontrolle."
Unzureichende Schutzmaßnahmen
Der Vorsitzende der wichtigsten schiitischen Partei in Pakistan warf der Regierung vor, die Schutzmaßnahmen seien nicht ausreichend gewesen. Die Regierung müsse nicht die Prozessionen kontrollieren, sondern jene, "die diese Terrorakte ungehindert verüben", sagte Millat-e-Islamia-Chef Allama Sajid Naqvi in Karachi.
Gedenken an den Märtyrertod
Am Aschura-Tag geißeln sich einige schiitische Gläubige selbst im Gedenken an den Märtyrertod des Imams Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed. In zahlreichen pakistanischen Städten wurden die Sicherheitskräfte wegen der landesweiten Prozessionen verstärkt. In der südwestpakistanischen Stadt Quetta waren vor zwei Jahren bei einem Anschlag auf eine Schiiten-Prozession mehr als 50 Menschen getötet worden. In Pakistan und Afghanistan gehören jeweils rund ein Fünftel der Bevölkerung der schiitischen Minderheit an.
Friedliche Prozessionen in Indien
Auch in Indien gab es schiitische Prozessionen. In Srinagar, der Regionalhauptstadt des indischen Teils Kaschmirs, nahmen nach Augenzeugenberichten mehrere tausend Schiiten an einer friedlichen Prozession teil. Am Rande der Veranstaltung skandierten Gläubige mit Blick auf die Veröffentlichungen der Mohammed-Karikaturen in europäischen Medien Parolen gegen Dänemark. Auch Rufe zur Unterstützung Irans im Atomstreit wurden laut.
Foto: Symbolbild
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