Lokführer hautnah:

„Fahre seit 35 Jahren und mache es gerne!“

Salzburg
02.08.2026 17:55

Der Salzburger Lokführer Andreas Leopolder bezeichnet sich selbst als „Dino“ der Branche. Die „Krone“ begleitete den 58-jährigen Gollinger auf einer seiner Fahrten und durfte so hautnah Einblicke in das Leben eines Zugführers erhaschen...

Nach dem üblichen Sicherheitscheck an Bremsen und Türen fährt Andreas Leopolder pünktlich mit einem ÖBB-Doppelstockzug aus dem Salzburger Hauptbahnhof aus. Das Ziel: Villach. Seit wenigen Wochen fährt „Kiss 200“ durch das Gasteinertal in Richtung Süden. „Ich habe mich auf dem Zugtyp schulen lassen müssen. Mittlerweile bin ich auf 17 verschiedenen ausgebildet“, erklärt Leopolder, der schon seit 1983 bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ist.

Andreas Leopolder erklärt der „Krone“ die Bedienung des „Kiss 200“-
Andreas Leopolder erklärt der „Krone“ die Bedienung des „Kiss 200“-(Bild: Andreas Tröster)

 Nach der Lehre zum Maschinenschlosser und dem Militärdienst kehrte er 1991 als Lokführer zurück – und ist es bis heute. „Ich mache es sehr gerne“, zeigt er sich gut gelaunt. Natürlich gibt es auch Herausforderungen: Störungen können jederzeit auftreten, auf die schnell reagiert werden muss. Auch an die unregelmäßigen Dienstzeiten muss man sich gewöhnen und gerade für junge Kollegen sind die ersten Fahrten alleine im Führerhaus anstrengend.

Mit voller Konzentration hat Lokführer Leopolder alles im Griff.
Mit voller Konzentration hat Lokführer Leopolder alles im Griff.(Bild: Andreas Tröster)

Im Moment werden beim Unternehmen wegen einer anstehenden Pensionierungswelle viele Lokführer gesucht. „Ich kennen einige Piloten und Quereinsteiger, die in den Beruf wechseln“, so Leopolder. Seine Lieblingsstrecke führt nach Vorarlberg. „Der Indian Summer am Arlberg ist einfach der Wahnsinn.“

Am Weg nach Villach muss er wegen einer kurzen Wartezeit am Pass Lueg einige Minuten aufholen. Durch die Leichtbauweise des „Kiss 200“, der schneller beschleunigt und später bremst, hat Leopolder die Minuten bis Villach wieder locker reingefahren. Dort übergibt er den Zug an einen Kollegen, um nach einer Pause einen anderen Zug nach Salzburg zurückzufahren. Diesmal gezogen von einer Taurus-Lok.

Jeder Streckenabschnitt, wie hier im Gasteinertal, hat eine eigene Geschwindigkeitsbegrenzung.
Jeder Streckenabschnitt, wie hier im Gasteinertal, hat eine eigene Geschwindigkeitsbegrenzung.(Bild: Andreas Tröster)

Obwohl viele Bedienelemente anders sind, sitzt durch die Routine jeder Handgriff und der Zug kommt pünktlich und sicher am Abend am Salzburger Bahnhof an.

Seine schönstes Erlebnis? „Ich durfte den legendären Orientexpress von Innsbruck bis nach Salzburg fahren“, sagt der 58-jährige Gollinger stolz. Die schlimmste Situation? „Wenn man durch starken Nebel die Gleise nicht mehr sieht.“

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