Alleingänge von zwei unterschiedlichen Künstlichen Intelligenzen (KI), die eigenmächtig in Systeme und Unternehmen eindrangen, birgt noch mehr Risiken für Betriebe und Behörden...
Elf Tage ist es mittlerweile her, als die Technologie-Welt den Atem anhielt. Denn die Künstliche Intelligenz (KI) ChatGPT von OpenAI verschaffte sich selbstständig Zugriff zu einem anderen KI-Unternehmen.
Martin Herfurt, IT-Sicherheitsexperte in Puch-Urstein, erklärt, was dort passiert ist: „Konkret brachen zwei fortgeschrittene KI-Modelle aus einer abgeschotteten Testumgebung aus, gelangten ins offene Internet und verschafften sich – mithilfe erbeuteter Zugangsdaten und einer bis dahin unbekannten Sicherheitslücke – Zugriff auf Systeme des KI-Unternehmens Hugging Face. Das Besondere: Der Angriff lief nach Angaben der Beteiligten von Anfang bis Ende autonom ab, ohne menschliche Steuerung.“
Erst vor wenigen Tagen hat sich auch eine KI der Firma Anthropic Zugriff auf Computersysteme von drei Unternehmen verschafft.
Gefahr für Elektrizität, Versorgung und Betriebe
Hacker hätten jetzt quasi durch die immer besser werdenden KI-Modelle kostenlose Mitarbeiter und seien dadurch deutlich effektiver beim Angreifen, leitet Herfurt neue Gefahren für die Zukunft ab. Immer wieder werden seit Jahren Fälle öffentlich, wo Hacker Daten von Unternehmen absaugen oder verschlüsseln und diese erst wieder freigeben, wenn die Firmen hohe Zahlungen an die Verbrecher tätigen.
Das Gefährdungspotenzial, in fremde Systeme einzudringen, um an Wissen und fremde Technologien zu kommen, ist durch diesen Alleingang von ChatGPT größer...

Martin Herfurt, IT-Sicherheitsexperte
Bild: zVg
Droht Wirtschaftsspionage wieder ein Boom?
Diese Datenerpressung bei Betrieben können durch die neuen KI-Möglichkeiten häufiger auftreten. Aber nicht nur das! Herfurt blickt durchaus besorgt auf die Infrastruktur des täglichen Lebens: „Öffentliche Systeme, wie Strom- und Energieversorgung, Lebensmittelverteilung oder Wasserversorgung sind deutlich angreifbarer. Und auch die Behörden im Land Salzburg sollten gewappnet sein.“
Und nicht nur das: Auch Wirtschaftsspionage könnte wieder eine Blütezeit erleben, bringt Herfurt einen weiteren Punkt ein. „Das Gefährdungspotenzial, in fremde Systeme einzudringen, um an Wissen und fremde Technologien zu kommen, ist durch diesen Alleingang von ChatGPT deutlich größer“, warnt Herfurt. Unternehmen seien darum gefordert, sich noch mehr Gedanken über ihre Daten und System zu machen. Regelmäßige Updates und Sicherheitskopien sind dabei nur das Standard-Muss.
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