Soll in Nickelsdorf im Burgenland ein Groß-Rechenzentrum, ähnlich wie in Oberösterreich, entstehen? Gerüchte in diese Richtung sorgen derzeit für Aufregung. Bei den offiziellen Stellen hält man sich bedeckt, bestätigt aber, dass es derartige Anfragen gibt.
Die Errichtung eines großflächigen Rechenzentrums, ähnlich jenem, das in Oberösterreich gebaut wird, ist offenbar auch im Burgenland denkbar. Laut einem „profil“-Bericht gibt es Überlegungen, ein derartiges KI-Zentrum in der Nähe von Nickelsdorf zu bauen – konkret bei einem alten Gehöft bei der Autobahnabfahrt Mönchhof.
Platz genug, Strom vor Ort
Dort existieren Grundstücke, die anscheinend im Besitz der Wirtschaftsagentur Burgenland sind und eine Fläche von mehr als 40 Hektar haben. Ursprünglich war dort einmal ein Businesspark geplant. Platz wäre damit genug vorhanden. Auch das XXXL-Lutz-Lager (Grundstücksfläche: 18,5 Hektar) befindet sich in der Nähe. Zudem wurde erst kürzlich ein Super-Hybrid-Park mit einer Leistung von 336,4 Megawatt-Peak bei Nickelsdorf eröffnet.
Keine Pläne aber Anfragen
Eine offizielle Bestätigung für die Gerüchte gibt es nicht. Bürgermeister Gerhard Zapfl wollte nichts mehr dazu sagen. Seitens der Wirtschaftsagentur heißt es, man habe im gesamten Land Grundstücke für die Ansiedlung von Betrieben, auch in Nickelsdorf. Es gebe laufend Gespräche mit unterschiedlichen Interessenten. „Es gibt keinen umsetzungsreifen Plan für die Errichtung eines Großrechenzentrums“, wird erklärt. Lediglich die Netz Burgenland bestätigt, dass „mehrere Anfragen“ für Großrechenzentren vorliegen, ohne Details zu nennen. Aufgrund „zwingender regulatorischer Vorgaben“ könne man keine weiteren Informationen erteilen.
Wasser als Knackpunkt
Eine derartige Serverfarm bräuchte neben Strom und Platz jedenfalls auch eine entsprechende Netz-Infrastruktur und große Mengen Wasser für die Kühlung. Letztgenanntes ist in der eher trockenen Region des Bezirks Neusiedl am See ein heißes Thema. Bereits die geplante Wasserstoff-Fabrik bei Zurndorf stieß auf Widerstand.
Erstes Google-Center entsteht in Oberösterreich
In der oberösterreichischen 3500-Seelen-Gemeinde Kronstorf baut der Tech-Konzern Google derzeit sein erstes Datencenter in Österreich und sorgt damit für Proteste. In der ersten Ausbaustufe soll die Serverfarm bis zu 1,31 Terawattstunden Strom pro Jahr und Millionen Liter Wasser pro Tag benötigen. Für das Projekt gab es keine Umweltverträglichkeitsprüfung.
In Österreich sind in den nächsten Jahren noch weitere Rechenzentren geplant. Ab 2027 soll etwa in Leopoldsdorf ein Center entstehen, hinter dem der US-Konzern CloudHQ steht. Auch in Schwechat, Achau und Vösendorf sollen Datenzentren entstehen.
Durch den KI-Boom benötigen die großen Tech-Konzerne immer mehr Rechenzentren. In den USA gibt es bereits mehr als 4000 solcher Center.
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