Nach Muren in Sölden

Kläranlage defekt, Abwasser fließt direkt in Ache

Tirol
31.07.2026 19:48
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Nach dem Unwetter am Mittwochabend in Tirol wurde die Kläranlage Sölden durch mehrere Muren massiv in Mitleidenschaft gezogen: Das Betriebsgelände wurde großflächig verschüttet, praktisch die gesamte Anlage wurde meterhoch von Geröll, Schlamm und Wassermassen bedeckt. Das Land erteilte der Gemeinde nun eine Ausnahmebewilligung. 

„Die Aufräumarbeiten wurden umgehend aufgenommen, und es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Kläranlage schrittweise freizulegen“, teilte das Land am Freitagabend in einer Aussendung mit. Wie lange die Aufräum- und Reparaturarbeiten andauern werden, könne derzeit nicht abgeschätzt werden.

Auch Kanalsysteme wahrscheinlich betroffen
„Die derzeitige Situation stellt sich für uns als Ausnahmesituation dar: Aufgrund der massiven Verschüttung und Überflutung ist die Kläranlage derzeit nicht funktionsfähig, und die anfallenden Abwässer können vorübergehend nicht behandelt werden“, berichtet Söldens Bürgermeister Ernst Schöpf. Zudem seien vermutlich auch die Kanalsysteme für den Zufluss beschädigt, sodass das Abwasser gar nicht erst in der Anlage ankomme.

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Nach Evaluierung der Experten sind durch diese befristete Notmaßnahme keine umweltrelevanten oder gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten.

Das Land Tirol in einer Aussendung 

Ansuchen aufgrund der Ausnahmesituation genehmigt
„Um die Anlage sowie das Kanalsystem zunächst freiräumen und anschließend instand setzen zu können, ist eine vorübergehende Umleitung der Abwässer direkt in die Ötztaler Ache erforderlich. Deshalb hat die Gemeinde als Betreiberin der Kläranlage Sölden dafür bei der Behörde ein Ansuchen gestellt“, erklärt Schöpf.

Aufgrund der derzeitigen gesamthaften Ausnahmesituation wurde dieses Ansuchen der Gemeinde nach Begutachtung durch Amtssachverständige der Abteilung Wasserwirtschaft mit einer einstweiligen Verfügung genehmigt. Dies sei zeitlich befristet bis zur technischen Möglichkeit, die Kläranlage – zumindest teilweise – wieder in Betrieb nehmen zu können. Begleitend seien Immissionsüberwachungen des Gewässers vorzunehmen.

Keine Auswirkungen zu erwarten
Nach derzeitigem Kenntnisstand seien durch diese befristete Notmaßnahme keine umweltrelevanten oder gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten. Die Trinkwasserversorgung der Region sei nicht betroffen, da sie aus höher gelegenen Quellgebieten erfolgt.

Land rät, Ufer zu meiden
Die Ötztaler Ache führt infolge des Unwetters weiterhin sehr viel Wasser und Feststoffe aus den Murenabgängen. Aus Sicherheitsgründen ersucht das Land dringend, die Uferbereiche bis auf Weiteres zu meiden.

Bundesheer stellte Kräfte zur Verfügung
Seit Mittwochnacht stehen Kräfte der örtlichen Feuerwehr sowie des Baubezirksamts Imst im Einsatz, um die Kläranlage Sölden freizulegen. Unterstützt werden sie seit Freitag durch einen zusätzlichen Katastrophenschutzzug mit Feuerwehren aus den Bezirken Imst und der Feuerwehr Landeck. Zudem wurde seitens der Gemeinde ein Assistenzeinsatz des Bundesheers angefordert. Das Bundesheer stellt seit  Freitagmittag rund 25 Kräfte sowie technisches Gerät zur Verfügung.

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