Opfer jetzt in Wien

Kirchenmitarbeiter soll Schüler missbraucht haben

Wien
31.07.2026 18:54
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Kroatien soll ein hochrangiger kirchlicher Mitarbeiter einen Schüler etwa zehn Jahre lang sexuell missbraucht haben. Die ersten Übergriffe haben sich laut der Zeitung „Dnevnik“ Anfang der 2000er-Jahre ereignet, als der Betroffene eine kirchliche Schule in Zagreb besuchte. Inzwischen übersiedelte das mutmaßliche Missbrauchsopfer nach Wien.

Als Seminarist und Theologiestudent sei der junge Mann in eine schwere Persönlichkeitskrise geraten, mit posttraumatischen Belastungsstörungen, berichtete die Zeitung. Er setzte sein Theologiestudium schließlich in Wien fort und wurde für einige Zeit in das Wiener Priesterseminar aufgenommen. Dort wandte sich der junge Mann an den damaligen Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn. Dieser informierte wiederum die zuständigen Stellen im Vatikan.

Der Beschuldigte soll damals ein hochrangiger kirchlicher Mitarbeiter in Zagreb gewesen sein und heute immer noch eine leitende Position in einer Einrichtung der kroatischen Bischofskonferenz bekleiden. Der Fall, der etwa zehn Jahre gedauert haben soll, wurde laut der Zeitung von den zuständigen Verantwortlichen in der Kirche vertuscht.

„Der Schutz und die Rechte der Opfer von Missbrauch stehen an erster Stelle. Ich vertraue darauf, dass die zuständigen Stellen in Kroatien und im Vatikan die Verfahrensregeln des Apostolischen Schreibens ‘Vos estis lux mundi‘ von Papst Franziskus in diesem Sinn konsequent anwenden“, sagte Schönborn. Dieses Schreiben aus dem Jahr 2019 regelt unter anderem die Aufsichts- und Rechenschaftspflicht von Bischöfen und Ordensoberen im Umgang mit Verdachtsfällen von (sexuellem) Missbrauch.

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