Klimaphänomen El Niño

UNO prognostiziert heißen Spätsommer und Herbst

Ausland
31.07.2026 21:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

UNO-Generalsekretär António Guterres hat am Freitag vor einem heißen Spätsommer und Herbst gewarnt. Verantwortlich dafür sei unter anderem das Wetterphänomen El Niño, das auf „ohnehin schon warme Ozeane und andere Klimaphänomene im Indischen Ozean (...)“ treffe.

„Während wir mit Krieg und Instabilität ringen, verschärft sich eine weitere Krise – eine Krise, die keine Grenzen kennt und weltweit Leben und Existenzgrundlagen zerstört“, warnte Guterres am Freitag in New York. Der Sommer mit „rekordverdächtigen Hitzewellen“ und „apokalyptischen Waldbränden“ sei nur ein Vorgeschmack gewesen. „El Niño verstärkt sich – und heizt die ohnehin schon angespannte Lage auf unserem Planeten weiter an. Wir hören viel über Rekordhitze, Dürren und Waldbrände – aber nicht genug über die eigentliche Ursache dieser Ereignisse: die sich beschleunigende Klimakrise, die durch fossile Brennstoffe angetrieben wird“, befand der UNO-Generalsekretär.

Das Wetterphänomen El Niño taucht alle zwei bis sieben Jahre auf. Dabei erwärmt sich die Oberflächentemperatur im zentralen und östlichen Pazifik nahe dem Äquator und verändert Wind- und Meeresströmungen. Die direkten Folgen sind vor allem im Süden zu spüren, in Europa mäßig. Die Weltwetterorganisation (WMO) rechnet für dieses Jahr mit einem El Niño auf dem zweithöchsten Niveau. Er werde auf fast allen Kontinenten „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit“ für überdurchschnittliche Temperaturen sorgen, teilte WMO mit. Auch Südeuropa werde betroffen sein.

Heißestes Jahr 2024 könnte übertroffen werden
2024 war das bisher weltweit heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globale Durchschnittstemperatur lag 1,55 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, bevor die menschengemachte Erwärmung mit der industriellen Revolution begann. In diesem Jahr könnte laut der aktuellen Prognose ein neuer Rekord aufgestellt werden.

Die Vereinten Nationen haben jetzt einen heißen Spätsommer und Herbst prognostiziert (im Bild: ...
Die Vereinten Nationen haben jetzt einen heißen Spätsommer und Herbst prognostiziert (im Bild: Paris).(Bild: AP/Christophe Ena)

Eine Schnellschätzung der Organisation World Weather Attribution (WWA) zeigte unterdessen, dass die verheerenden Waldbrände in Spanien und Frankreich durch den Klimawandel deutlich wahrscheinlicher geworden sind. Im heutigen Klima sei mit solchen verheerenden Waldbränden im Südwesten Frankreichs etwa alle 20 Jahre zu rechnen, in Zentralspanien etwa alle sechs Jahre, heißt es weiter. Regenreiche Winter, auf die trockene Frühlinge folgen, würden die Waldbrandgefahr erhöhen. Sie begünstigen das Wachstum von Bäumen und Pflanzen, die anschließend austrocknen und zu Brennstoff werden.

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