Viele Austropop-Fans sind erschüttert nach dieser Aussage: Eine Influencerin und Sängerin schießt mit schweren Vorwürfen gegen die Austropop-Legenden Georg Danzer und Ludwig Hirsch. Sie würden mit ihren Liedtexten Pädophilie und Sexismus feiern. Als Beweis dafür nennt sie ausgerechnet Songs, die als besonders gesellschaftskritisch gelten.
„Leute, wir müssen endlich aufhören, Austropop zu verklären!“ Mit diesen Worten startet die Sängerin Rahel ihr Instagram-Video. Ihrer Meinung nach seien die Lieder einiger bereits verstorbener Austropop-Künstler „widerwärtig“.
Bekannte Austropop-Lieder als „Beweis“
Als „Beweisstücke“ für ihre Aussage nennt sie die Lieder „Spuck den Schnuller aus“ und „Vorstadtcasanova“. Zwei Songs, in denen Hirsch und Danzer gesellschaftliche Missstände aufzeigen.
Hier sehen Sie den Post der Sängerin:
Gemischte Gefühle nach Posting
Auf die Vorwürfe der Frau mit dem Usernamen „radikalrahel“ kam prompt einiges an Online-Feedback. Viele Austropop-Fans sind sich einig: Ludwig Hirsch habe mit seinen „dunkelgrauen Liedern“ auf Missstände aufmerksam machen wollen. Auch der Journalist Florian Klenk meinte, Rahel hätte den Kontext der Lieder wohl völlig falsch verstanden: „Ludwig Hirsch war alles andere als ein Mensch, der Pädophilie zelebriert hat.“
Betroffene reagierte: „Lieder waren für mich befreiend“
Auch die Ex-Skiläuferin Nicola Werdenigg äußerte sich online zu dem Austropop-Angriff. Sie habe Hirschs Lieder nie als Verharmlosen wahrgenommen. In einem Posting auf Facebook schrieb sie: „Als junge Betroffene sexualisierter Gewalt war das für mich befreiend. Nicht, weil das Lied schockierte, sondern weil es das Schweigen durchbrach.“
Der Austropop-Sänger habe Pädophilie nie verherrlicht, vielmehr war „Spuck den Schnuller aus“ für sie „eines der wenigen Kunstwerke jener Zeit, das den Mut hatte, das Unsagbare überhaupt anzurühren.“ Werdenigg sorgte 2017 für großes Aufsehen, als sie auf sexuelle Übergriffe aus ihrer aktiven Zeit als Skirennläuferin aufmerksam machte.
„Botschaft missinterpretiert“
Allgemein sorgte das Video in den sozialen Medien für gemischte Gefühle. Während manche der Künstlerin beipflichteten und meinten, Austropop sei misogyn und würde Themen wie häusliche Gewalt „bagatellisieren“, waren sich die meisten User in den Kommentaren einig, Rahel habe mit ihrer Aussage die Botschaft der Songtexte missinterpretiert.
Vorwürfe der „schlechten Recherche“
So lautet etwa ein Kommentar, Hirsch vorzuwerfen, er würde Pädophilie zelebriere, sei „absolut widerwärtig“ – gerade, weil er in seinen Texten häufig „menschliche Abgründe“ thematisiere. „Gerade jene, die in der Bevölkerung oft totgeschwiegen wurden oder immer noch werden. Gerade doch in der Kunst sollte man Unangenehmes bearbeiten können, was nicht jedem gefallen muss.“ Zahlreiche weitere User werfen der Influencerin daher vor, „schlecht recherchiert“ zu haben.
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