Die österreichische Schauspielwelt trauert um einen ihrer markantesten Darsteller: Johannes Krisch ist am Montagfrüh im Alter von 59 Jahren in einem Wiener Spital gestorben. Das Theater in der Josefstadt bestätigte den Tod des langjährigen Ensemblemitglieds. Wie die „Krone“ erfuhr, starb Krisch an den Folgen einer Krebserkrankung. Der Ausnahme-Schauspieler hinterlässt ein umfangreiches künstlerisches Vermächtnis – auf der Bühne ebenso wie in Film und Fernsehen.
Der am 8. Dezember 1966 in Wien geborene Schauspieler galt als einer der wichtigsten Charakterdarsteller des Landes. Mit seiner unverwechselbaren Präsenz und seinem markanten Gesicht prägte er zahlreiche Rollen und wurde sowohl vom Theaterpublikum als auch von Filmfans geschätzt.
Erfolge auf Bühne und Leinwand
Krisch war langjähriges Ensemblemitglied am Burgtheater und am Theater in der Josefstadt. Neben seinen Auftritten auf den großen Bühnen Österreichs machte er sich auch im Kino einen Namen.
Zu seinen bekanntesten Filmrollen zählt sein Auftritt in Götz Spielmanns oscarnominiertem Film „Revanche“. Auch in Adrian Goigingers Epos „Märzengrund“ sowie in Elisabeth Scharangs Literaturverfilmung „Wald“ war er zu sehen. Einem breiten Fernsehpublikum wurde Krisch unter anderem durch die Erfolgsserie „Braunschlag“ von David Schalko sowie durch den „Tatort“ bekannt.
Schwere gesundheitliche Probleme
Zuletzt hatte Krisch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Diese überschatteten auch seine kurzzeitige Intendanz bei den Raimundspielen Gutenstein.
„Einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation“
Der langjährige Direktor des Theaters in der Josefstadt, Herbert Föttinger, würdigte Krisch als „einen der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation“ in Österreich.
„Johannes Krisch besaß die seltene Gabe, Figuren nicht zu spielen, sondern sie im Augenblick zu erleben – und das Publikum daran teilhaben zu lassen“, sagte Föttinger. Seine Rollen seien „nie bloße Darstellung, sondern gelebtes Leben“ gewesen.
Krisch habe das Josefstadt-Ensemble „mit seiner unverwechselbaren Persönlichkeit, seiner Intensität und seiner Wahrhaftigkeit geprägt“. Besonders in Erinnerung bleibe seine Verkörperung des Karl Bockerer. Mit dieser Rolle habe er eine Figur geschaffen, die „untrennbar mit seinem Namen verbunden bleiben wird“, so Föttinger.
Der Theaterdirektor erinnerte dabei an die Mischung aus „Kraft, Humor, Menschlichkeit und jener stillen Größe“, die nur wenigen Schauspielern eigen sei. Der Karl Bockerer werde daher auch künftig an Johannes Krisch erinnern.
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