Ungewöhnliche Methode

Forscher will Treibhausgas in Plastik verwandeln

Wissen
27.07.2026 09:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Was heute als klimaschädliches Treibhausgas gilt, könnte in Zukunft als Rohstoff für Alltagsprodukte dienen. Ein Grazer Forschungsteam arbeitet an einer Methode, um Kohlendioxid (CO₂) in Grundstoffe für Kunststoffe umzuwandeln – und damit Erdöl teilweise zu ersetzen.

Der Chemiker Johann Hlina vom Institut für Chemie der Universität Graz entwickelt dafür spezielle Reaktionsbeschleuniger, sogenannte Katalysatoren. Das Projekt wird vom Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert. Ziel ist es, CO₂ nicht als Abfallstoff zu betrachten, sondern als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Kunststoffen.

Seltenerdmetalle müssen richtig ausgerichtet werden
Die Katalysatoren enthalten sogenannte Seltenerdmetalle. Laut Hlina helfen diese dabei, die Ausgangsstoffe in die richtige Position zu bringen, chemische Bindungen zu lockern und neue Verbindungen entstehen zu lassen. So sollen unter anderem einzelne Kohlenstoffatome miteinander zu Ketten verbunden werden – ein entscheidender Schritt für die Herstellung von Kunststoff-Grundstoffen.

Es braucht Strom oder Sonnenlicht
Der erste Schritt der Umwandlung erfolgt allerdings mit bereits bekannten Verfahren: Dabei wird Kohlendioxid zunächst in Kohlenmonoxid (CO) umgewandelt. Das kann etwa mithilfe von elektrischem Strom oder Sonnenlicht geschehen. Anschließend kommen die in Graz entwickelten Katalysatoren zum Einsatz.

CO₂ statt Erdöl in Zukunft
Mit ihrer Hilfe soll beispielsweise Ethylen hergestellt werden. Dieser Stoff ist ein wichtiger Grundbaustein für Polyethylen (PE), einen der weltweit am häufigsten verwendeten Kunststoffe. Nach Angaben des Forschers könnte Polyethylen auf diese Weise künftig aus CO₂ aus der Luft statt aus Erdöl hergestellt werden.

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