Tirolerin vor Gericht

Frau versteckte Häftling: Insta-Foto verriet alles

Tirol
22.07.2026 18:00

Eine Flucht aus der Innsbrucker Justizanstalt wie aus einem Gangsterfilm – dann fand ein verurteilter Betrüger mehr als zwei Wochen Unterschlupf bei einer 29-Jährigen – bis ein Malheur mit einem Instagram-Foto passierte. Nun saß die Frau vor Gericht.

Die Szene war zweifellos filmreif: Mit zusammengeknoteten Hand- und Leintüchern seilte sich Anfang Mai ein verurteilter Betrüger (24) aus einem Fenster der Justizanstalt Innsbruck ab. Er verschwand vorerst auf Nimmerwiedersehen – die Fahndung verlief im Sand.

Nur anfangs nicht gewusst, dass er gesucht wird
Womit Polizei und Justiz wohl nicht gerechnet hatten: Erste Anlaufstelle für den Strafgefangenen war eine rund 25 Kilometer entfernt wohnende Einheimische (29). „Anfangs habe ich nicht gewusst, dass er gesucht wird“, erklärte die nun wegen Begünstigung am Landesgericht angeklagte zierliche Lagerarbeiterin. Sie räumte aber ein, dass sie den Grund für seine Herbergsuche dann sehr wohl erfahren hatte. Motiv? „Ich habe es halt genossen, wenn er bei mir war.“

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Ich habe es halt genossen, wenn er bei mir war.

Die Angeklagte zum Motiv

Ein Instagram-Foto – mit ihm im Hintergrund!
Spielfilmreif waren auch die Umstände, warum alles aufflog: Die Angeklagte hatte aus ihrer Wohnung ein Instagram-Foto gepostet – mit dem Entflohenen im Hintergrund. Eine andere Frau bemerkte dies und alarmierte die Polizei, die dann leichtes Spiel hatte.

Ein Instagram-Bild (Symbolbild) wurde der Frau und ihrem „Gast“ zum Verhängnis.
Ein Instagram-Bild (Symbolbild) wurde der Frau und ihrem „Gast“ zum Verhängnis.(Bild: Christoph Hartner)

Schwerer ins Gewicht beim Prozess fielen Fußtritte und ein versuchter Kopfstoß gegen Polizisten, nachdem diese zu einem Streit der Angeklagten mit ihrem Ex-Freund gekommen waren. Mit blutender Wunde war der Mann damals auf der Straße aufgetaucht, mit dabei die höchst aggressive Angeklagte, die sich nicht mehr erinnern wollte. „Haben Sie Probleme mit der Polizei?“, fragte der Richter nun beim Prozess. „Eher mit dem Alkohol, ich  brauche eine Therapie“, kam die Antwort.

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Es gibt einen weiteren Vorfall mit Widerstand – haben Sie ein Problem mit der Polizei?

Richter Andreas Mair

In U-Haft wegen eines weiteren Vorfalls
Die Vorbestrafte nahm die verhängten fünf Monate Haft an („Das passt schon so“). Weil sie nicht von einem Anwalt vertreten war, ist das Urteil aber erst in drei Tagen rechtskräftig. Die Einheimische saß übrigens bereits vorher in U-Haft, wegen einer weiteren Causa mit einem weiteren Mann. Diesen hatte sie mit einem Messer bedroht, weil er sein Handy nicht herzeigen wollte ...

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