Was ist denn das?
Buckeliges Fellknäuel „Jimothy“ begeistert Netz
In der Stadt Seattle (USA) ist ein ungewöhnliches Tier zum Internetphänomen geworden. Entdeckt wurde es von der US-Amerikanerin Kiana Hall unter einem Auto. Ihr gelang es, ein kurzes Video aufzunehmen, als es in buckeligem Gang über die Wiese huschte. Hall hielt „Jimothy“ zunächst irrtümlich für eine Katze ...
Hall (33) postete das Video, das nur wenige Sekunden lang ist, am 14. Juli auf der Plattform TikTok. Sie sei mit ihrem Partner gegen 20.30 Uhr spazieren gewesen, sagte sie zu der Zeitung „Seattle Times“. Dabei habe sie das Tier unter einem Auto entdeckt und zuerst für eine Katze gehalten. Schließlich fiel ihr jedoch auf, dass das Fell gestreift war, und es sich daher um einen Waschbären handelte. Als er später über die Wiese huschte, fiel Hall der buckelige Gang auf. „Ich war sehr verwirrt von dem, was ich sah. Ich habe einfach noch nie ein anderes Tier wie dieses gesehen“, sagte die 33-Jährige.
Sie beschloss, den Waschbären „Jimothy“ zu nennen. Als sie das Video postete, hat Hall wohl nicht damit gerechnet, welche Wellen es im Netz schlagen wird. Innerhalb von nur wenigen Stunden wurde es millionenfach angeklickt und tausendfach kommentiert. Sie sei „glücklich darüber“, dass die Aufnahme so vielen Menschen Freude gebracht hätte, sagte sie zur „Seattle Times“. Die Zeiten seien für viele gerade hart gewesen. Sie hoffe jedenfalls, dass „Jimothy“ sein Leben in Freiheit weiter führen könne und gesund sei.
Hier sehen Sie ein Video von dem Waschbären:
Das hat es mit dem Buckel auf sich
Dass das Video so viral ging, dürfte mit dem ungewöhnlichen Aussehen des Waschbären zusammenhängen. Sein verkürzter Hals sei wohl durch eine angeborene Wirbelsäulendeformation verursacht, sagte Marcie Logsdon vom Veterinary Teaching Hospital (Veterinärmedizinisches Lehrkrankenhaus, Anm.) der Washington State University. Das Tier scheine dennoch flink zu sein und sich mit seiner Deformation gut arrangiert zu haben. Es habe sie überrascht, dass „Jimothy“ so widerstandsfähig sei, wird sie in dem Medienbericht zitiert. Die Bezeichnung des Gendefekts lautet „Short Spine Syndrom“. Der beliebte Waschbär soll aber keine Schmerzen haben.
Er wurde laut Schätzungen erst in diesem Jahr geboren. „Jimothy“ hat mit meetjimothy.org sogar eine eigene Website bekommen, die bereits mehr als zehn Millionen Mal abgerufen wurde. Auf dieser finden sich etwa seine Geschichte, Fotos von Sichtungen und Informationen zu seiner Erkrankung. Die Bevölkerung in Seattle wird aufgerufen, Fotos und Videos des Waschbären einzusenden. Gezeigt werden etwa Bilder beim Fressen und ein neugieriger Blick auf eine Topfpflanze, an der sich der Waschbär hochzieht.
„Jimothy“ hat ein eigenes Profil auf der Plattform X bekommen:
Viele werden nicht alt
Die Säugetiere sind in Nordamerika heimisch, leben seit Mitte des 20. Jahrhunderts aber auch auf dem europäischen Festland, im Kaukasus und in Japan. Waschbären sind überwiegend nachtaktiv, geschickte Kletterer und haben ein gutes Gedächtnis. Wild lebende Tiere können 16 Jahre und älter werden. Allerdings verhungern einige Jungtiere gleich in ihrem ersten Winter, zudem fallen viele der Krankheit Staupe, dem Straßenverkehr oder der Jagd zum Opfer.









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